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I,Ol,Ditti Clemens^^^^^^^^J-zilii v^iciiiciiaTDie beste/^tEr schreitet bedächtig, seine Frau bewegt sich mit leicht tänzelndem Schritt. Sie sind schon über ein Jahrzehnt zusanmien. Das ist ein langer Weg.Vor dreizehn Jahren haben sie in einer kleinen Stadt im Süden des Landes geheiratet. Es war ihr Vorschlag, ein Wochenende an eben diesem Ort zu verbringen. Ihr Mann hielt das für eine ihrer wenigen mit Vernunft gepaarten Ideen und war einverstanden. Wochen vorher hatte er im Reisebüro die Fahrkarten bestellt. Er hatte sich telefonisch nach Sonderregelungen erkundigt und war erleichtert, weil es keine gab. AUes hatte seine Ordnung.Die Fahrkarten steckten in seiner Brusttasche. Hier ruhten sie sicher. Hast du wieder etwas vergessen?" fragte er, als der Zug einfuhr. Ach, wo denkst du hin!" antwortete sie und dachte an die Waschtasche. Prall gefüllt mit allen notwendigen Säuberungs- und Pflegeutensilien stand sie zu Hause auf der Waschmaschine. Im Hotel würde sich schon etwas fmden. Zur Not konnte sie sich die Zähne mit Salz und langgestrecktem Zeigefinger putzen. Ihm müßte sie auf jeden FaU eine Zahnbürste besorgen, selbst unter katastrophalsten Umständen hatte er das Zähneputzen nie ausfallen lassen. Seine Frau war klug genug, um ihn nicht schon am Beginn der Reise mit ihxer Vergeßlichkeit zu verärgern, das wußte er. Er war sich sicher, daß sie etwas Wesentliches nicht eingepackt hatte. Er fürchtete, es würden seine Socken sein. Die beiden sind allém im Zugabteil. Sie macht es sich für die lange Fahrt bequem. Sie kuschelt ihren Kopf in die Felljacke. Ihre Füße, ohne Schuhe, drücken sich wie eine schmusende Katze an seine Beine und eriimem ihn emeut an seine Strümpfe. Er verkneift sich die Frage nach ihnen, denn seine Frau sieht sehr zufrieden aus. Im Abteil ist es warm. Sie wischt sich ein Guckloch in das beschlagene Fenster und denkt darüber nach, ob zwischen ihnen noch Liebe oder schon Gewohnheit ist. Er hat sich an sie gewöhnt und sie sich an ihn. Aber -gerademonotone Regelmäßigkeit verachtet sie zutiefst. Es gab Morgen, da würgte sie verbissen den Wecker in ihrem Kopfkissen. Abende gab es, da holte sie eine warme Flasche Sekt aus dem IQei-derschrank und leerte sie in den Ausguß, weil ihr Mann es albern fand, mutterseelenallein nach Radiomusik zu tanzen. Und es gab Tage nach solchen Nächten, an denen sie ihrem Mann in den Betrieb telegrafierte: Ich liebe dich trotzdem." Seine Sekretärin zeigte das private Schriftstück mit der ihr ureigenen Verschwiegenheit ganz zufällig Kollegen, die für eine zügige und massenwirksame Verbreitung sorgten. Er zerlegte die Liebesbotschaft m konfettigroße Schnipsel. Was er machte, tat er gründlich, perfekt und gewissenhaft. Natürlich hatte er sich auch die Heirat mit üir gründlich überlegt. Von mehreren Seiten erhielt er Warnschüsse. Sie wird dich mit ihrer Spontanität täglich dreimal zu Tode erschrecken", behauptete einer seiner besten Freunde. Es war schon so ähnlich, aber zum Glück nicht so oft. Monatlich erschreckte sie ihn mit ins Haus gelockten Menschen. Aufdringlichen Personen, die ungeniert Teppiche hochschlugen und Fußbodendielen nach Holzwürmern abklopften. Wildfremden Leuten, die mit aufgeklapptem Zollstock gierig alle Räume abschritten. Seine Frau erschreckte ihn nicht nur mit ihrer nie versiegenden Sucht, auf Wohnungsannoncen zu reagieren. Sie hielt ständigen Kontakt mit Nachlaßverwaltern, denen sie Hutschachteln und Nickelbrülen entriß. Geburtstagsfeiern waren ohne seine Frau träge und trist. Es war schon originell, was sie da von sich gab. Auch er amüsierte sich köstlich, wenn ihre wahnwitzigen Schilderungen nicht gerade seine blutigen Erfahrungen im Umgang mit Handwerkszeug betrafen. Es zeugt von deiner Unreife und deinem Egoismus, andere auf meine Kosten zu belustigen", erklärte er ihr mehrmals. Und er schlug sie mit seiner fürchterlichsten Waffe, mit tagelanger eisiger Schweigsamkeit. Im Zugabteil ist es noch wärmer geworden.