Bővebb ismertető
Die Welt der menschlichen Psyche Die menschliche Seele ist vermutlich das uns Vertrauteste und zugleich Geheimnisvollste in dem ganzen uns bekannten Universum; vertraut, weil wir alle sie unmittelbar erieben, geheimnisvoll, weil wir sie weder sehen noch berühren können. Darüber hinaus wird uns vieles von dem, was sich in unserer Seele abspielt, gar nicht bewufit. Die Aufgabe der Psychologie besteht zum Teil darin, eben diese Vorgánge aufzudecken. In früheren Zeiten versuchten die Menschen, sich das >Verhalten< aller Dinge um uns herum auf die Weise zu erkláren, dafi sie annahmen, ihnen wohne eine Seele inne oder sie würden von einem höheren Geist, einem Gott, gelenkt. So waren die Winde für sie der Atem der Götter. In dem Mafie, wie der Mensch allmáhlich erkannte, dafi die Materie bestimmten, eigenen Gesetzen gehorcht, lemte er mit ihr umzugehen. Die moderne Technik ist das Ergebnis dieses langen Lernprozesses. In jüngerer Zeit begann der Mensch, auch die Psyche wissenschaftlich zu erforschen. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: Die Psychologen untersuchen entweder das Verhalten der Menschen. Sie erforschen die Persönlichkeitsstrukturen, die Mechanismen des Gedáchtnisses und die Faktorén, die die jeweilige Intelligenz bestimmen. Sie stellen systematische Beobachtungen an, um herauszubekommen, wie und warum seelische Störungen entstehen. Aus den Ergebnissen dieser Beobachtungen versuchen sie dann, die seelischen Vorgánge zu erschliefien, die dem Verhalten zugrunde liegen und von denen die meisten sich im Unterbewufitsem abspielen. Die zweite Möglichkeit ist, das Gehirn zu untersuchen - jenes Organ, das alle seelischen Vorgánge steuert. Neurophysiologen habén herausgefunden, auf welche Weise Nervenzellen Informationen durch das Gehirn leiten und mittels welcher Schaltungen an den jeweiligen Verbindungsstellen der Weg, den die Botschaften nehmen, bestimmt wird. Nervenanatomen erforschen die Gehirnwindungen. Neurologen und Psychologen untersuchen die Auswirkungen von Hirnverletzungen, Neurochemiker die Wirkung verschiedener Drogén auf das Gehirn und damit auf das Denken und Verhalten. Psychiater und medizinisch ausgebildete Psychologen behandeln Gemütskrankheiten und betreiben Forschungen hinsichtlich deren Ursachen und B ehandlung. Die Erforschung seelischer Störungen vermag auch die normálé Funktionsweise der Psyche aufzuhellen. Ziel dieser Forschungen ist es, zu verstehen, wie die Psyche funktioniert. Welche ihrer Aktivitaten sind angeboren und welche müssen erlernt werden? Wie entwickelt sich das Verhalten im Laufe des Lebens? Was liegt den verschiedenen Verhaltensweisen zugrunde, und welche Gehirnzentren kontrollieren die verschiedenen seelischen Ablaufe? Dabei ist zu berücksichtigen, dafi sich das Bewufitsem im Laufe der Evolution entwickelt hat und seine Aktivitaten alsó auch eine Bedeutung für das Überleben habén. Die Erforschung der Psyche befindet sich gegenwártig in einem aufregenden Stádium. Seit der Einrichtung des ersten psychologischen Instituts im Jahre 1882 in Deutschland ist in der ganzen Welt eine Füllé psychologischer Experimente durchgeführt worden. Standig werden neue, ausgeklügelte Methoden entwickelt, um derartige Experimente anzustellen. Hirnphysiologen können mittlerweile die Aktivitat einer einzelnen Nervenzelle aufzeichnen, wobei sie nadelförmige elektrische Sonden, sogenannte Mikroelektroden, verwenden, deren Spitzen so klein sind, dafi sie für das blofie Auge unsichtbar sind. Das Elektronenmikroskop erlaubt dem Nervenanatomen, die Funktionsweise einer Nervenzelle im Detail zu beobachten. Mittels extrem dünner Röhren können minimale elektrische Impulse oder sehr kleine Mengen von Chemikalien in einen bestimmten Teil des Gehirns gesandt werden. Fafit man die Erkenntmsse, die von Psychologen und anderen Wissenschaftlern gewonnen worden sind, zusammen, so gelangt man zu einem wissenschaftlichen Verstandnis eines Grofiteils der seelischen Aktivitaten. Zum Beispiel weifi man heute schon sehr viel darüber, wie unsere Sinne arbeiten, wie die Sprache beherrscht und verstanden wird, wie Elementartriebe wie Hunger, Durst und der Geschlechtstrieb reguliert werden und wie die Menschen Probleme lösen oder etwas im Gedachtnis behalten. Hinsichtlich mancher Aspekte der psychischen Vorgánge ist man allerdings nicht so weit vorangekommen, und es gibt viele kontroverse Forschungsrichtungen - und gerade diese sind oft die interessantesten und aufregendsten. Dieses Buch will sowohl Grundtatsachen und gesicherte Theorien vermitteln, als auch dem Leser eine Vorstellung von den aufregenden Neuentdeckungen geben und ihn einen Blick auf die neuen Horizonté werfen lassen, die sich auftun. S