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GEOGRAPHIE Von Dr. Kari Ganser DIE WISSENSCHAFTSGESCHICHTLICHE ENTWICKLUNG DER GEOGRAPHIE UND IHRE STELLUNG IM SYSTEM DER WISSENSCHAFT Wohl keine wissenschaftliche Disziplin befaBt sich mit einem alltáglicheren Gegenstand als die Geographie. Ihr Objekt sind die Erscheinungsformen der Erdoberflache, wie sie jedem zu jeder Zeit und an jedem Ort sichtbar sind. Die Bezeichnung Geographie" stammt aus dem Griechischen und bedeutet nichts anderes als Erdbeschreibung. Aber gerade in der Vielfalt und Vielgestaltigkeit der Elemente, aus denen sich das Erscheinungsbild der Erde und ihrer Teilráume zusammensetzt, liegt das bisher weitgehend unbewáltigte Problem der Geographie sich stark ausweitende Erfahrungsraum des Menschen das Bedürfnis, mehr über die durch Kriege und Handelsbeziehungen in den Blickpunkt des allgemeinen Interesses gerückten Lánder zu wissen. Die Kenntnisse wurden meist in unsystematischer Weise zusammengetragen (Herodot u. a.). Es entstanden allerdings auch bereits die ersten systematischen Erdmessungen und Karten. Im Prinzip ist die Geographie im groBen Entdeckungszeitalter und bis hinein ins 19. Jh. nicht über diese Entwicklungsstufe hinausgekommen. Carl Ritter begründet, námlich die Abgrenzung und Einschránkung ihres eigentlichen Forschungsbereiches. Die Wurzeln der Geographie reichen in eine vorwissenschaftliche Periode der reinen Beschreibung fremder Erdráume zurück. Schon im Altertum schuf der Erst unter dem EinfluB der sich rasch entwickelnden Naturwissenschaften erhielt auch die Geographie in der Mitte des 19. Jh. ihre wissenschaftliche Grundlage. Sie ist eng mit den Namen Alexander v. Humboldt (* 1769, f 1859) und Carl Ritter (* 1779,11859) verbunden. An die