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Aus dem Vorwort zur fünften Auflage
Mit Dank gegen Gott lasse ich jetzt die fünfte Auflage meiner Übersetzung des Neuen Testaments ausgehen. Auch diesmal habe ich im Kleinen manches geändert.
Wenn ich auch bei meiner Übersetzung vorwiegend das von dem Professor Dr. Hermann Freiherm von Soden herausgegebene griechische Neue Testament, besonders wegen seiner reichen Angabe der verschiedenen Lesarten, benutzt habe, so bin ich doch genötigt gewesen, an vi«ilen Stellen von ihm abzuweichen^. Die in eckige Klammem ([]) eingeschlossenen Worte in dem Texte von Sodens habe ich fast immer unbeachtet gelassen.
Da ich nur im Matthäusevangelium für die gleich oder ähnlich lautenden Abschnitte bei Markus und Lukas die nötigen Erläuterungen gegeben habe, so sind die dem Berichte des Matthäus entsprechenden Stücke aus den anderen Evangelien besonders zusammengestellt und, um die Benutzung zu erleichtem, ganz am Schlüsse des Buches abgedruckt worden.
Fremdwörter bleiben der Regel nach in der Übersetzung und in den Anmerkungen ausgeschlossen. „Evangelium" z. B. verdeutsche ich durch ,,Frohe Botschaft" oder „Heilsbotschaft", „S5magoge" durch „Versammlungshaus". An Fremdwörtern sind stehen geblieben: Thron, Tempel, Majestät (Apg. 25, 21). Natur (2. Petr. 2. 12), Talent (Matth. 18, 24; 25, 15ff.), ferner jene Ausdrücke des kirchlichen Sprachgebrauchs, wie „Apostel", „Prophet", „Evangelist", „Bischof", „Diakon", „Diakonisse", ,,Altar", die bei einer Verdeutschung nur nnverständUch werden würden. Man hat mich auch aufgefordert, das Wort,,Kirche" zu streichen und dafür überall ,,Gemeinde" zu setzen. Aber dazu habe ich mich nicht entschließen können. Denn ich unterscheide zwischen „Kirche" und ,,Gemeinde". Die ,, Kirche" ist nach der Lehre des Neuen Testaments die Gesamtheit aller Gläubigen und Getauften, die einzelne,, Gemeinde" dagegen ist nur ein Teil dieser Gesamtheit. Darum rede ich von der „Kirche" Gottes, aber von der ,,Gemeinde" in Jerusalem, in Philippi, in Thessalonich, in Korinth.
Manche Stellen der Übersetzung sind, um den dichterischen Wohlklang auch sichtbar auszudrücken, im Druck durch Sinnzeilen kenntlich gemacht worden. Auch der römisch-kathoUsche Professor Dr. Nivard Schlögl in Wien hat in seiner 1920 erschienenen, aber von Rom auf das Verzeichnis der verbotenen Bücher gesetzten Übertragung der Heiligen Schriften des Neuen Bundes manche Teile, besonders den ganzen
1. Johannesbrief dichterisch wiedergegeben. Die Hauptsache bei einer
1 Ich nenne hier namenthch: Matth. 1, 16; 6, 14; 8, 7; 10, 7. 8; 26; 45; 27, 10; Mark. 1, 1. 2; 3, 20; 5, 10; 10, 1; 14, 2. 41; Luk. 2, 2. 5. 9. 15; 3, 22; 4, 18; 9, 54. 55; 14,14; 16, 9; 24, 12. 47. 48; Joh. 1, 4.13; 7,8; 10, 29; 18, 21; Apg. 1, 2; 2,9; 4,25; 11,20; 16,8. 14; 18,21; 19,9.27.33. 40; 20, 35; 23, 23; Röm. 2, 21 ff.; 11, 31; 1. Kor. 7, 34; 9, 3; 2. Kor. 5, H; 12, 7; Gal. 4, 14. 19. 20; 6, 16; Eph. 4, 2. 3. 12. 18; 6. 12. 19; Phil.
2. 15. 17; 3, 3; Kol. 2, 13. 14; 2. Tim. 2, 26; Tit. 2, 6. 7. 9; Jak. 3, 6; f. 5; 1. Petr. 1, 13; 2. Petr. 3, 10; Hebr. 3, 15. 16; 10, 22. 23; 11, 37; 12, 22. 28; 1. Joh. 5, 6. 7; Offb. 1, 5; 2, 20; 5,1; 21, 6; 22, 14.