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In "Würzburg, wo der Main, die Stadt durchfließend, seinen schönsten Bogen zieht, wo die dreißig patinierten Kirchtürme stadtbeherrschend in den Himmel stoßen und generationenlang sich nichts geändert hat, wo von alters her der Sohn, wenn der Vater starb, die Metzgerei übernahm und führte, bis auch er starb, waren durch den Krieg und seine Folgen Bankguthaben und Sparkassenbücher zu Papier geworden.
Auch Oskar Benommen, der Besitzer der Bäckerei undWein-wirtschaft >Zum Schwarzen Walfisch zu Askalon<, war von den Mehl- und Weinschulden trotz zähester Gegenwehr aus seinem schmalen, verräucherten Goldgrübchen hinausgedrückt worden.
In seiner Jugend hatte er den Athletenverein >Goliath< und den Skatklub >Bargeld lacht< gegründet. Der Durst seiner Freunde, zusammen mit dem der übrigen Stammgäste, die nicht Karten spielten, nicht stemmten und viel tranken, hatte ihm eine sichere Existenz und allmählich steigenden "Wohlstand verbürgt.
Dieser zielbewußte Mann, der in seinem Kreise immer die Hauptrolle gespielt und schon als Zwölfjähriger eine Knabenbande angeführt hatte, entschlossen, Würzburg niederzubrennen und nach dem Wilden Westen zu ziehen, wo die Freiheit winkte, stand an einem windigen, naßkalten Märzmorgen des Jahres 1927 auf der Mauer des Festungsgrabens, in dem vor nun dreißig Jahren allnächtlich seine Bande am Lagerfeuer versammelt gewesen war, und blickte trüben Sinnes hinunter auf die Stadt.
Seitdem sie ererbtes und erworbenes Vermögen, ihre Existenz und damit auch einen guten Teil der Achtung ihrer noch wohlhabenden Mitbürger verloren hatten, waren Oskar Benommen und seine Schulkameraden wieder öfter den Schloßberg hinaufgestiegen zum Schauplatz ihrer Jugendstreiche und Jugendsehnsucht, in den Festungsgraben, wo niemand war, der sich zuerst überlegen mußte, ob er den Hut ziehen solle.