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Zum Buch
Paul Brittons Autobiographie liest sich wie ein spannender Detektivroman. In den vergangenen Jahren hat der Psychologe mit dem Spezialgebiet Forensische Medizin eine neuartige Herangehensweise an die Aufklärung von Gewaltverbrechen entwickelt: Britton geht jedes persönliche Detail des Opfers und des vermutlichen Tathergangs durch und rückt dabei dem Täter immer näher. Wenn er dann genau weiß, was ihn zum Handeln bewogen hat, kann er ein präzises Bild seiner Persönlichkeit zusammenstellen - und das, wie eine stattliche Anzahl aufgeklärter Kriminalfälle beweist, mit unglaublich großem Erfolg. Im Laufe seiner Karriere hat Paul Britton in über 100 grausigen Fällen von Gewaltverbrechen ermittelt. In seiner packenden Autobiographie berichtet er von seinen spektakulärsten Einsätzen.
Am Morgen des 22. November 1983, einem Dienstag, schaute ich aus dem Fenster meines Büros über die Terrasse und den ungepflegten Garten hinweg auf die Felder und sah eine merkwürdige Prozession. Aus dem Wäldchen tauchten Dutzende Männer hervor und bewegten sich in einer dichten Reihe ganz langsam vorwärts. Vor ihren Gesichtern blähten sich Wolken kondensierten Dampfs wie Sprechblasen, die sich mit jedem Atemzug auflösten und neu bildeten.
In dieser Menschenkette blieb hin und wieder jemand stehen und ging in die Hocke. Dann warteten die anderen und beugten sich ein wenig tiefer zu dem gefrorenen Gras und Matsch. Obwohl sie gegen die Kälte eingemummt waren, konnte ich auf ihren Gesichtern keinerlei Wärme oder Freude an ihrer Aufgabe erkennen.
»Was tun die da? Wer sind sie?« fragte Anne Chalmers, die zum Sekretariat der psychologischen Abteilung gehörte.
»Scheinen Polizisten zu sein«, erwiderte ich. »Mmm.«
Sie wurde still. Wir blickten zusammen aus dem Fenster und fragten uns, was die Polizei wohl vor unsere Tore geführt haben mochte: zum Carlton Hayes Psychiatric Hospital in Narborough, Leicestershire.
Das große Krankenhausgebäude aus der Zeit Edwards VII. war das beherrschende Wahrzeichen der ganzen Umgebung. Es ragte zwischen einigen malerischen Dörfern in den östlichen Mid-lands inmitten von Ackerland empor. Als es zwischen 1905 und 1907 als Heil- und Irrenanstalt der Grafschaft errichtet wurde, muß die Anreise von den umliegenden Marktgemeinden mit der Kutsche oder zu Pferde wie eine Reise ins Niemandsland angemutet haben. Damals befand sich das gesamte angrenzende landwirtschaftliche Nutzland im Besitz des Krankenhauses, und es