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Dr. Beatrice Helmer saß zusammen mit ihren Kollegen der chirurgischen Abteilung in einem kleinen, mit dichten Vorhängen abgedunkelten Raum. Das milchig weiße Licht eines großen Leuchtkastens ergoss sich über die Köpfe der Ärzte. Es war still. So still, dass man einschlafen konnte, wenn man nicht aufpasste. Und selbst die unbequemen wackligen Plastikstühle, auf denen die Chirurgen so dicht nebeneinander saßen, dass sie sich beinahe an den Schultern berührten, konnten daran nichts ändern. Sie waren zur täglichen Besprechung der Röntgenbilder zusammengekommen. Röntgenvisite - allein das Wort provozierte ein Gähnen.
Beatrice streckte ihre Beine aus und versuchte eine bequemere Sitzposition zu finden. Es war bereits nach fünf Uhr. Offiziell hatte sie seit über einer halben Stunde Feierabend. Sie war müde, sie war erschöpft, ihre Beine taten weh, und Rückenschmerzen hatte sie auch. Auf der chirurgischen Notaufnahme war heute wieder einmal viel los gewesen. Seit sieben Uhr morgens war sie zwischen Betten, Liegen und Untersuchungsräumen hin und her gerannt, hatte Frakturen gerichtet, Bäuche abgetastet, Angehörige beruhigt und in unmöglichen Haltungen über Patienten gebeugt Platzwunden genäht. Solche Tage sind für jeden Arzt anstrengend. Aber sie war mittlerweile in der dreißigsten Woche schwanger. Obwohl sie