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ZUM GELEITvon Otto KarrerEs wäre zu kurzschlüssig, in Erkenntnis der fundamentalen Einheit der Christen und in Erinnerung an das Gebet des Herrn um die vollkommene Einheit seiner Gläubigen über die geschichtlichen Wirklichkeiten hinwegzusehen und mit einer tatsächlichen Wiedervereinigung der getrennten Bekenntnisse in absehbarer Zeit zu rechnen. Es wäre zu kurzschlüssig, Wert und Unwert der ökumenischen Begegnungen, die da und dort von evangelischen und katholischen Christen gepflegt werden, nach dem Grade der Verwirklichung jener letzten Hoffnung zu messen. Dann freilich hätten wir uns gegenseitig, wie einer gemeint hat, unter der Gewissensnot zu bedrängen, eine Kirche sein zu sollen. Die Endreden Jesu im ganzen lassen erkennen, daß der Herr mit Ärgernissen und Spaltungen über die ganze Endzeit hin gerechnet hat. Was Christen bei wechselseitigen Begegnungen, sei es in ökumenischen Aussprachen oder überhaupt, sich schulden, ist vor allem die gegenseitige Achtung der bona fides und brüderliche Liebe. Zweifellos aber liegt im Sinne Jesu auch das Bemühen, sich gegenseitig besser kennenzulernen, um nicht durch Vorurteil und Ungerechtigkeit einander abzustoßen und um überhaupt alles zu tun, was in Wahrung des Glaubens und der Gewissenstreue einer geistigen Annäherung dienen kann um die künftige Entwicklung im großen der Führung Gottes zu überlassen und unterdessen durch praktisches Zusammenhalten in den Bereichen, in denen der Glaube ein Zusammenhalten erlaubt und nahelegt, vor allem im Bereiche der staatlichen und kulturellen Zweckmäßigkeiten, das einstweilen mögliche und deshalb auch gebotene Maß von Einheit zu verwirklichen.Daß dabei, zum Teil im Zusammenhang mit den erwähnten ökumenischen Begegnungen und Aussprachen, zum Teil auch unabhängig davon, durch vertiefte theologische Studien und seelsorgliche Erfahrungen eine objektive Annäherung der getrenn-fv]