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Zu diesem Buch
Der religiöse Fundamentalismus gilt heute als weltweit größte Bedrohung. Doch in Wahrheit kämpfen wir an einer ganz anderen Front: Moisés Naims fesselnder Report enthüllt zum ersten Mal die existentielle Gefahr, die uns durch das global vernetzte Verbrechen erwächst. Er zeigt, wie sich im Schatten der internationalen Großkonzerne illegale Industrien herausgebildet haben, die die traditionellen Felder des organisierten Verbrechens besetzen und neue »Märkte« schaffen. Wäffengeschäfte, Drogendealing, Menschenhandel, Raub geistigen Eigentums und Geldwäsche sind die verlängerten Arme dieser globalen »Mafia«, die aus kalter Profitgier Gewalt nährt, politische Stabilität unterwandert und Terrorismus fördert. Moisés Naim erklärt nicht nur, wie präzise, effizient und tödlich die Netzwerke im Kontext der Globalisierung arbeiten, er sagt auch, was wir tun müssen, um den Krieg gegen diese neue Form der Kriminalität noch gewinnen zu können.
Moisés Naim, geboren 1952, war Handels- und Industrieminister Venezuelas und geschäftsfuhrender Direktor der Weltbank, ist heute Chefredakteur von Foreign Policy. Daneben lehrt er an der Johns Hopkins University in Baltimore und ist Forum Fellow und Berater des World Economic Forum in Davos. Er lebt in Washington. Weiteres zum Autor: www.moisesnaim.com
Kapitel 1
Die Kriege, die wir verlieren
Der berühmte frühere US-Präsident und für acht Jahre mächtigste Mann der Welt wurde in einer ländlichen Kleinstadt geboren, die »mit einem sehr guten Fengshui« gesegnet war. Obwohl er aus bescheidenen ländlichen Verhältnissen stammte, strebte er schon als Jugendlicher danach, sich auszuzeichnen. Er »orientierte sich an der von Gu Yanwu (Berater eines chinesischen Kaisers; 1613— 1682; A.d.Ü.) formulierten Devise, daß man 10000 Meilen laufen und 10000 Bücher lesen sollte«. In seiner politischen Karriere suchte er häufig Rat und Orientierung bei den Worten des Vorsitzenden Mao. Er hatte eine Affäre mit einer von seinem hohen Amt faszinierten Praktikantin, die ihn beinahe die Präsidentschaft gekostet hätte, und sagte später folgendes über die junge Frau: »Sie war sehr dick.«
Diese chinesische Version von Bill Clintons Autobiographie Mein Leben kam schon im Juli 2004, Monate vor der autorisierten Übersetzung, in den Straßenhandel und ist offensichtlich eine groteske Fälschung.1 Ihr Erscheinen war eine Art inoffizielle Begrüßung des Expräsidenten im Kreis jener berühmten zeitgenössischen Schriftsteller, deren Werke einer Fälschung für würdig befunden werden. In Kolumbien zum Beispiel ist eine ganze Heimindustrie darauf spezialisiert, die Werke des berühmten kolumbianischen Schriftstellers Gabriel Garcia Marquez als Raubdrucke