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KAPITEL
9 Der Bambus.
Auf Dschungelpfaden und zwischen raschelnden Blätterwänden hatte er ihn bis hierher geführt. Wie immer hatten ihm die Bäume die Richtung gewiesen, der er folgen musste -und hatten ihm zugeraunt, was er zu tun hatte. So war es immer gewesen. In Kambodscha. In Thailand. Und jetzt hier, in Malaysia. Die Blätter streiften sein Gesicht, riefen ihn, gaben ihm das Signal
Doch auf einmal wandten die Bäume sich gegen ihn.
Auf einmal stellten sie ihm eine Falle. Er wusste nicht, wie ihm geschah - die Stämme des Bambuswalds waren zusammengerückt, standen in Reih und Glied, hatten sich in eine hermetisch verschlossene Zelle verwandelt.
Mit den Fingern fuhr er die Tür entlang, versuchte sie unter die Kante zu schieben. Unmöglich. Er scharrte auf dem Fußboden in der Hoffnung, die Bretter auseinander zu schieben. Vergeblich. Er hob den Blick und sah über sich nichts als ein dichtes Dach aus Palmenblättern. Wie lange hatte er nicht geatmet? Eine Minute? Zwei Minuten?
Eine Bruthitze herrschte hier, wie in einem Backofen. Sein Gesicht troff von Schweiß. Er konzentrierte sich auf die Wand: Rattanhalme verstopften jede Ritze. Wenn es ihm gelang, eine dieser Fasern zu lösen, käme vielleicht ein wenig Luft herein. Mit zwei Fingern versuchte er es - aber es war nichts zu machen. Er krallte sich in die Wand und zerschrammte sich dabei nur die Nägel. Wütend hämmerte er mit der Faust dagegen und ließ sich auf die Knie fallen. Er würde krepieren. Er, der Meister des Freitauchens, er würde in dieser Hütte ersticken.
Dann fiel ihm die eigentliche Gefahr wieder ein. Er warf