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Im Sommer 1990 ist die Weltpolitik von Grund auf verändert worden. Alte Gewißheiten sind zerbröckelt. Neue bedrohliche Perspektiven zeichnen sich ab. Hatten die Europäer noch im Juli gejubelt über die Auflösung des Ost-West-Konfliktes, die sich anbahnende Wiedervereinigung ihres Kontinents und die Beendigung der deutschen Teilung, so wurde dieser neue Optimismus brüsk gedämpft durch die Entstehung des Krisenherds imAls die Berliner Mauer fiel und die Europäer in Ost und West zusammenfanden, dachte niemand mehr an den Islam. Die warnenden Stimmen, die an die permanente, gewissermaßen eingefleischte Unruhe in dieser Weltzone erinnerten, wurden überhört. Die Araber -das glaubte doch jeder zu wissen - waren heillos zerstritten und zu jeder eigenen, von den Supermächten nicht abgesegneten Initiative unfähig. Was die islamische RevolutionAm 2. August 1990 marschiert die irakische Armee in Kuweit ein. (Fotomontage)Nahen Osten, ausgelöst durch die gewaltsame Eingliederung Kuweits in die Arabische Republik Irak.Im Orient bahnt sich eine völlige Umstrukturierung der bestehenden, oft künstlich aufrechterhaltenen Machtstrukturen an. Dabei ist nicht auszuschließen, daß am Ende von Aufruhr und Tumult ein weit um sich greifendes Chaos steht, die sogenannte Libanisierung dieses Bereichs der arabischen Welt, den die Orientalen den Maschreq nennen.betraf, die jahrelang Schlagzeilen gemacht hatte, so schrumpfte sie in den Augen der Ahnungslosen zur Schreckensvision einiger berufsmäßiger Schwarzmaler.Ein völlig neues idyllisches und irenisches Weltbild war im Entstehen. Europa, das daranging, im Jahre 1992 seine wirtschaftlichen Binnenmärkte zu arrondieren, wuchs zur wirtschafthchen Großmacht von Weltformat heran. Nach der Verbrüderung zwischen den Präsidenten Ronald Reagan und Michail Gor-