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Vorwort
Der Außenrand des Variscischen Gebirges in Mitteleuropa, das sogenannte Subvariscikum, ist eine geologische Einheit von großer Bedeutung für viele Fragen der Geologie als Wissenschaft vom Aufbau und von der Entwicklung der Erde. Von ebenso großer Bedeutung ist das Subvariscikum aber auch durch den Reichtum an Rohstoffen, die in dieser Zone enthalten sind oder waren und deren Nutzung die ökonomische Entwicklung in Mitteleuropa entscheidend mitgestaltet hat.
Steinkohlen und Eisenerze aus den Schichten des Oberkarbons bildeten am Beginn der Industrialisierung die Basis der Montanindustrie an Rhein und Ruhr. Zeitweilig waren auch die hier auftretenden Buntmetallerze von Bedeutung. Vor allem der Abbau der Steinkohle prägt bis heute die westdeutschen Industriereviere an der Ruhr und bei Aachen. Der generelle Rückgang des Steinkohlenbergbaus seit Ende der fünfziger Jahre dieses Jahrhunderts wurde nicht durch eine Erschöpfung der geologischen Kohlenvorräte, sondern durch den wirtschaftlichen Verdrängungswettbewerb mit anderen Energieträgern - beispielsweise dem Erdöl und Erdgas - ausgelöst.
Die künstliche Verteuerung von Erdöl und Erdgas auf dem Weltmarkt während der Energiekrisen der siebziger Jahre führte zu einer rund zehn Jahre andauernden Renaissance der Steinkohle. Während dieser Zeit - und in vermindertem Umfang bis heute - wurden die Steinkohlenlagerstätten in Deutschland sehr intensiv exploriert und der Kenntnisstand vor allem über das nördliche Vorland der Förderzone des Ruhrgebiets beträchtlich erweitert. Erste Einzelergebnisse geologischer Auswertungen wurden bereits in den Bänden 32 und 33 der „Fortschritte in der Geologie von Rheinland und Westfalen" veröffentlicht. Das Schwergewicht der Beiträge lag dabei vorwiegend auf Fragen der Stratigraphie und Inkohlung der Schichten sowie auf der Genese von Kohlenwasserstoffen aus den Karbon-Koh-len.
Der vorliegende Band 38 der „Fortschritte in der Geologie von Rheinland und Westfalen" setzt die Darstellung neuer Erkenntnisse zur Lagerstättengeologie des Karbons in Westdeutschland fort. Im ersten Beitrag werden die strukturgeologischen Ergebnisse der langjährigen Untersuchungen zur Tiefentektonik des Subvariscikums zusammengefaßt. Die umfangreichen Grundinformationen, auf denen diese Untersuchungen aufbauen, wurden bereits in mehreren Sonderveröffentlichungen des Geologischen Landesamtes Nordrhein-Westfalen publiziert. Diese Publikationen wandten sich vorwiegend an den Bergbau als Nutzer der Informationen. Die jetzt vorgelegte Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse wendet sich darüber hinaus stärker an die strukturgeologisch arbeitenden Geologen. Sie bietet somit auch einen Beitrag zu der gegenwärtig sehr aktuellen weltweiten Diskussion um die Struktur von Orogenvorländern.
Die Analysen der Falten- und Bruchstrukturen basieren auf dem durch den Bergbau hervorragend dokumentierten und eindeutig belegbaren dreidimensionalen Tiefenaufschluß zusammenhängender Gebirgskörper. Mit ihrer Hilfe lassen