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Der Verfasser an den Leser
A la sueur de ton visaige Tu gagnerois ta pauvre vie. Apres long travail et usaige, Voicy la mort qui te convie.
(Dein ärmlich Sein verdienest Du, Das Angesicht voll Schweiß, Nach langer Arbeit, ohne Ruh, Ist dann der Tod dein Preis.)
Dieser Vierzeiler in altem Französisdi unter einer Bilderfolge von Holbein ist in seiner Einfachheit von unsagbarer Traurigkeit erfüllt. Der Stich stellt einen Landmann dar, der inmitten eines Feldes seinen Pflug führt. Eine weite Landschaft dehnt sich bis in die Ferne aus, in der man ärmliche Hütten wahrnimmt, und die Sonne geht hinter dem Hügel unter. Ein harter Arbeitstag ist zu Ende. Der Bauer ist alt, stämmig und mit Lumpen bedeckt. Das Gespann aus vier Pferden, das er vor sich hertreibt, ist mager und entkräftet; die Pflugschar gräbt sich in den harten, schwer zu bewältigenden Boden ein. Ein einziges Wesen ist leichtfüßig in dieser Darstellung von Schweiß und Gewohnheit. Es ist eine phantastische Erscheinung, ein mit einer Peitsche bewaffnetes Skelett, das in der Furche neben den erschreckten Pferden herläuft und auf sie einschlägt und so dem alten Landmann als Pflugknecht dient. Es ist der Tod, dieses Gespenst, das Holbein sinnbildlich in einer Folge philosophischer und religiöser Themen düster und erheiternd zugleich erscheinen läßt, die sich 'Der Totentanz' betitelt.