Bővebb ismertető
Das Tier in der Kunst ist so alt wie die Kunst selbst. In frühen Mythen und bildlichen Wiedergaben übertraf es in seiner Bedeutung sogar den Menschen. Ein Wandel zugunsten des Herren der Schöpfung trat erst als Folge der Domestikation des Tieres ein. Die ältesten Gottheiten hatten noch Tiergestalt; von ihnen führte der Weg zu solchen Halbmenschenwesen, wie Hathor mit dem Kuh-, Horus mit dem Falkenkopf usw.; am Ende erinnerten - abgesehen von den Späterscheinungen - nur die tierischen Attribute an die animalische Herkunft dieser Götter.Wenn auch die religiösen Vorstellungen, die die Menschen der Vor- und Frühzeit mit dem Tier verbunden hatten, in der Antike weitgehend verschüttet waren, so blieben zumindest die den heiligen Tieren zugeordneten Eigenschaften im Gedächtnis späterer Generationen haften. Das ist mit ein Grund dafür, daß bis in die Gegenwart hinein bestimmte Tiere, vornehmlich Adler und Löwe, in besonderem Ansehen stehen. Mit der Tiercharakteristik, auf die noch heute Redewendungen wie dumme Gans, fleißige Biene usw. zurückgehen, befaßten sich eingehend die Griechen. In der Spätantike und im Mittelalter war die Tiersymbolik verbreitet. Der Symbolcharakter vieler Tiere ist bis heute lebendig geblieben. Davon zeugen die Friedenstauben Picassos, um deren Bedeutung jedermann ohne ikonographische Kenntnis weiß.Das Tier hat in alle Bereiche der Kunst Eingang gefunden. Malerei und Ritzzeichnung bildeten den Auftakt. Ganze Herden von Bisons, Wildpferden und Mammuts sind in diesen Techniken im Jungpaläolithikum (jüngere Altsteinzeit) tief in Höhlen festgehalten worden. Schnitzereien in Bein erweiterten die Möglichkeiten der Flachbildkunst um das Relief. Auch vollplastische Arbeiten brachte jene Zeit schon hervor. In diesen Grundtechniken der bildenden Kunst erlangten die folgenden Jahrtausende immer größere Vielseitigkeit. Die Erfindungen der Töpferei und Weberei am Anfang sowie die des Metallschmelzens und -bearbeitens am Ende der Jungsteinzeit waren produktionstechnische Revolutionen von nachhaltiger Wirkung auf die Kunst. Immer bildete das Tier dabei einen wesentlichen Darstellungsgegenstand. Auch viele Ornamentformen erwuchsen aus Tiergestalten. Als Bauschmuck (Baukeramik und -plastik) fanden sie Aufnahme in die Architektur; gleicherweise erfüllten Tiere die Funktion von Gebälkträgern. Die Säule, die - sofern ihre tektonische Aufgabe offen zutage trat - in der Alten Welt den Baum zum Urbild hatte, war in Altmexiko nicht dem Pflanzenschaft nachgebildet. Dort trugen Pfeiler in Gestalt von Schlangenleibern das Dach.Jede Zeit gab den Tierdarstellungen neue Impulse und erweiterte die Thematik. Keine Arche Noah hätte nur einen Bruchteil von den Tierarten fassen können, die in der Kunst vorkommen. Trotz dieser Fülle setzen sich einige Tiergattungen deutlich von den anderen ab, sowohl was die Häufigkeit als auch was die Kontinuität des Auftretens betrifft. Rind