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Das Undenkbare denken [antikvár]

Das Undenkbare denken [antikvár]

 
Magie und Naturforschung -eine undenkbare Verbindung? Das in diesem Band diskutierte, interessante Forschungsmaterial hat nichts mit Fabeln und Mythen zu tun, nichts mit Wundern und Legenden. Dennoch besitzt es eine unleugbare Faszination für jeden aufgeschlossenen Leser. Es geht um Phänomene, die es nach der Ansicht orthodoxer Vertreter der Naturwissenschaft gar nicht geben dürfte, die aber unter bestimmten Versuchsbedingungen doch zumindest einen Hauch von Realität annehmen. Wir befassen uns hier mit dem schillernden Grenzbereich...
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Magie und Naturforschung -eine undenkbare Verbindung? Das in diesem Band diskutierte, interessante Forschungsmaterial hat nichts mit Fabeln und Mythen zu tun, nichts mit Wundern und Legenden. Dennoch besitzt es eine unleugbare Faszination für jeden aufgeschlossenen Leser. Es geht um Phänomene, die es nach der Ansicht orthodoxer Vertreter der Naturwissenschaft gar nicht geben dürfte, die aber unter bestimmten Versuchsbedingungen doch zumindest einen Hauch von Realität annehmen. Wir befassen uns hier mit dem schillernden Grenzbereich zwischen der Natur und dem Unerklärlichen, ohne daß uns hier gespenstische Wesen oder Fabeltiere begegnen würden. Es geht um jenen Bereich, der in alten Büchern mit dem Ausdruck Naturmagie, Magia naturalis, umschrieben wurde. Die Grenzen unseres Wissens sind keineswegs so klar definiert, wie ältere Schulbücher dies vorspiegeln möchten. Was vor hundert Jahren als utopisches Gaukelwerk galt, ist inzwischen längst anerkanntes Gut der Forschung. Der Schluß liegt nahe, daß auch manches „Hirngespinst" von heute in einiger Zeit mit anderen Augen betrachtet werden und zum Lehrmaterial der Fachbücher aufrücken wird. Die Grenzen der Wissenschaft sind glücklicherweise fließend und rücken immer weiter in Bereiche vor, die einst unbekannt, terra incognita, waren. Zwar gibt es auf ihre alten Lehrbücher eingeschworene Wissenschaftler, die sich gern mit dem jeweils erarbeiteten Status begnügen und leugnen, daß es jenseits der Grenzen des gegenwärtigen Wissens noch riesige unerforschte Landstriche gibt. „Es gibt einfach gewisse Grenzen", heißt es da etwa, „innerhalb derer sich der Forscher bewegen muß, wenn er ernstgenommen werden will - eine ,Grenzwissenschaft', die zwischen dieser und der ,anderen' Welt oszilliert, ist keine Wissenschaft, sondern grober und naiver Unfug" (so O. Prokop und W. Wimmer, „Der moderne Okkultismus", Stuttgart 1976). Wer so argumentiert, steckt sich gewissermaßen selbst in den Käfig des beschränkten Wissensgutes der Gegenwart und leugnet die ideengeschichtlich unbestreitbare Tatsache, daß Grenzen sich verschieben können - und im Interesse des Fortschritts und der Erweiterung des Horizontes sogar müssen. Ein starres Beharren auf einmal als richtig erkannten Meinungen (die unter ihren speziellen Bedingungen auch völlig richtig gewesen sein mögen, aber eben nur unter diesen Bedingungen) würde eine Stagnation des Geisteslebens mit sich bringen. Daß spekulative Persönlichkeiten sich oft auf Irr- und Holzwege begeben, ist freilich ebenso wenig zu leugnen. Oft verführen Scheinresultate zu weitreichenden spekulativen Überlegungen und Hypothesen; sie werden einseitig oder irrtümlich gedeutet und sollen dann die Basis von gewaltigen Lehrgebäuden bilden. Naive Beobachter halten häufig die Kritik seitens der Wissenschaft für eine böswillige Verunglimpfung der pseudowissenschaftlichen „Gurus". Auch dies ist nicht verwunderlich, da manchmal auch in scheinbar abstrusen Theorien ein Körnchen Wahrheit steckt, das die orthodoxe Wissenschaft nicht beachtet hat. Es fra^ sich daher, ob es der Mühe wert ist, sich mit „wilden Theorien" überhaupt ernsthaft auseinanderzusetzen. Meist wird auf akademischem Boden die Meinung vertreten, all dies wäre bloß Zeitverschwendung und eines Gelehrten unwürdig. Wenn dies auch manchmal zutrifft, soll diese Grundhaltung dennoch nicht zu unreflektierter Arroganz allen Außenseitern gegenüber führen - denn Amateure haben nicht selten zu belebenden Impulsen des wissenschaftlichen Forschens geführt. Es ist sicherlich klüpr, auch zunächst als absurd erscheinende Denkgebäude ohne feindliche Ablehnung von vornherein zu untersuchen und zu überlegen, was daran überlegenswürdig sein könnte. Ein Heruntersteipn vom Podest der akademischen Würde ist sicherlich richtiger als das überhebliche Vertreten vorgefaßter Meinungen. Vielfach ist es so, daß nur die Ausdrucksweise geändert werden müßte, um aus einer als phantastisch empfundenen Hypothese einen wissenschaftlich erwägenswerten Denkansatz zu machen. Wer etwa beobachtet, wie streng die Maßstäbe sind, die der japanische Forscher Omura an die Brauchbarkeit der Kirlian-„Aurafotografien" anlegt, wird kaum wie die erwähnten Autoren Prokop und Wimmer die Meinung vertreten, es handle sich um „Schnurren", über die man sich nur amüsieren könne, „weil der Blödsinn ewig blüht", und er wird auch kaum zu dem Schluß kommen, Beobachtungen dieser Art beruhten auf Hirngespinsten der Abergläubischen aller Zeiten, gedeutet als „Symptome krankhafter Denkstörung"; Schizophrene, Epileptiker, Manische und Depressive, also genuine Geisteskranke, wüßten davon eindrucksvoll zu berichten. Beruht es nicht andererseits auf einer Art von Denkstörung, hartnäckig abzuleugnen, was experimentell sauber erarbeitet und vorgeführt werden kann, „weil nicht sein kann, was nicht sein darf", da es nicht

Termékadatok

Cím: Das Undenkbare denken [antikvár]
Kiadó: Macdonald & Co (Publishers) Ltd
Kötés: Fűzött keménykötés
Méret: 220 mm x 290 mm
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