Bővebb ismertető
Die Entwicklung der ungarischen Schulen verlief
ähnlich wie in anderen europäischen Ländern, wobei
die spezifische Situation in Ungarn natürlich spezifi-
sche Lösungen hervorgebracht hat.
Auch im mittelalterlichen Ungarn gab es Konfes-
sionsschulen, in denen Lesen und Schreiben in latei-
nischer Sprache und die sieben freien Künste gelehrt
wurden. Die Gründung der ersten Universitäten fällt
in das 14. und 15. Jahrhundert, 1367 wurde die Uni-
versität von Pécs und 1467 die Universität von Preß-
burg (heute: Bratislava, CSSR) gegründet; beide be-
standen aber nur einige Jahrzehnte. Nach 1526 be-
gannen die Eroberungszüge der Türken, das Territo-
rium des Landes zerfiel in drei Teile, und dadurch
konnte sich der kulturelle Einfluß der Reformation
nur in beschränktem Maße durchsetzen. Dennoch
wurden in jener Zeit größere Kollegien ins Leben ge-
rufen, so in Debrecen, Sárospatak, Gyulafehérvár
(heute: Alba Iulia, Rumänien), Marosvásárhely (heu-
te: Tirgu Mures, Rumänien), Brassó (heute: Bra§ov,
Rumänien) und Bártfa (heute: Bardejov, CSSR). In
der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts lehrten in
Sárospatak der Tscheche Comenius (Jan Arnos Ko-
mensky) und in Gyulafehérvár János Apáczai Csere,
der erste hervorragende ungarische Pädagoge und
Kulturpolitiker, der sich um de Schaffung eines
selbständigen ungarischen Schulsystems und den
Muttersprachunterricht sowie um die Erweiterung
des naturwissenschaftlichen Unterrichts bemühte. Er
selbst hatte — wie viele ungarische Studenten in die-
sen Jahrhunderten — im Ausland studiert. Um dem
Einfluß der Reformation entgegenzuwirken, schuf
auch die katholische Kirche im 16. und 17. Jahrhun-
dert viele Schulen, Jesuitenkollegien und zu Beginn
des 18. Jahrhunderts Piaristengymnasien und Ele-
mentarschulen. Péter Pázmány, Erzbischof von Esz-
tergom, gründete 1635 eine Universität in Nagyszom-
bat (heute: Trnava, CSSR), an der Theologie und
Jura gelehrt wurden. (1777 siedelte die Universität
nach Buda um, später nach Pest; sie war der Vorläu-
fer der heutigen Eötvös-Loränd-Universität.) Ihre
fortschrittlichen Professoren und Studenten kämpf-
ten gegen die Kolonisationsbestrebungen der Habs-
burger und spielten eine bedeutende Rolle in der Re-
volution von 1848. Auf ihre Forderung hin wurde die
Unterrichtssprache der Universität ungarisch (1848).
Der 1777 erschienene Kodex des staatlichen Un-
terrichtswesens, Ratio Educationis, legte den Grund-
stein für das erste einheitliche ungarische Schulsy-
stem. Dem drei- oder vierjährigen Unterricht in der
Die
Entwicklung
des Unterrichts-
wesens
in Ungarn