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So eine Arbeit wird eigentlich nie fertig; man muji sie für fertig erklaren, wenn man nach Zeit und Umstánden das Möglichste gethan hat. johann wolfgang v. goethe (Caserta, den 16. Márz 1787) EINFÜHRUNG Das 1789 von Martin Heinrich Klaproth entdeckte Uran ist in geschichtlicher Sidit verknüpft mit dem 1896 erfolgten Nachweis der Radioaktivitát und der alsdann nach etwa einem halben Jahrhundert einsetzenden Nutzung der AtomkernEnergie, sowohl in ihrer zerstörenden als auch in ihrer segensreichen Form. Somit erkláren schicksalhafte Fakten das ungewöhnliche Interesse an diesem Element und seinen Verbindungen. Durch die Entdeckung der Uranspaltung im Dezember des Jahres 1938 habén O. Hahn und F. Strassmann der Menschheit die Energie der Atomkerne erschlossen. Die Kenntnis der zu ihrer Nutzung führenden Entwicklung ist seit 1945 ein Bestandteil des allgemeinen Wissens. 1908, alsó nur ein Jahrzehnt nach der Entdeckung des Radiums, hat W. Marckwald einen lángst vergessenen Hinweis auf die im Uran verborgenen Kráfte erteilt: „Wir kennen kein Mittel, den radioaktiven Atomzerfall zu beschleunigen. Besáfien wir ein solches, so würden wir mit seiner Hilfe vermutlich imstande sein, auch andere Elemente umzuwandeln. Dabei hátten wir die Bildung von Grundstoffen mit niedrigerem Atomgewicht unter gleichzeitigem Gewinn ungeheurer Energiemengen zu erwarten. Würde die Umwandlung plötzlich erfolgen, so müfite sie von den furchtbarsten Explosionswirkungen begleitet sein; wáre sie hingegen beliebig regulierbar, so würde ein kg Pechblende genügen, um einen groLen Schnelldampfer über den Atlantischen Ozean zu befördern." Man kann mit mir der Ansicht sein, daí5 ungeachtet des steigenden Bedarfes an Energie ein Verbleiben der Uranerze in den Erdentiefen gegenüber ihrer Gewinnung für die Menschheit von Vorteil gewesen wáre, so wie einst Uranos die ihm unheimlichen titanischen Kinder im Tartaros verborgen zu haltén gedachte. Aber auch sie wuíken sich zu befreien und setzten der Herrschaft des Vaters ein jáhes Ende!