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EINIGE BEMERKUNGEN ÜBER DIE VOR 1939 IN POLEN LEBENDE JÜDISCHE BEVÖLKERUNGJuden lebten auf polnischem Boden schon seit dem 13. Jahrhundert in religiös-nationalitätenmäßig geschlossenen Gemeinden (Kahale). Ein erheblicher Teil von ihnen war zur Zeit religiöser Intoleranz in Westeuropa hierher gekommen, d.h. in den Jahren der blutigen Methoden der hl, Inquisition, zu einer Zeit, als sie besonders aus Spanien und Deutschland vertrieben wurden. In Polen hatten sie Recht und Schutz gefunden. Jahrhundertelang bewahrten sie hier ihre Religion und ihre Sprache (Jiddisch). Das war einerseits ein Beweis für die in Polen herrschende Toleranz, andererseits jedoch für ihre Widerstandsfähigkeit gegen äußere Einflüsse.Die Prozesse der Integration der Juden mit der polnischen Bevölkerung erfolgte nur sehr langsam. Die Juden wohnten in Gemeinschaften, die in sozialsittlicher und religiös-sprachlicher Beziehung abgeschlossen waren und in denen Rabbiner, klerikale Elemente (Chassiden) und Kreise der jüdischen Bourgeoisie die Hauptrolle spielten. Ein beträchtlicher Teil der jüdischen Bevölkerung, besonders in den größeren Städten, sah das Polnische als seine zweite Muttersprache an, und etwa 400 000 Personen