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I.
Braucht dieses Buch ein Vol-wort? Ist es nötig, diesen Augenzeugenbericht eines Christen über das Warschauer Ghetto und dessen Flammentod im Aufstand gegen die Nazis mit kommentierender Einleitung zu versorgen, dazu noch in der Bundesrepublik Deutschland, in der die Literatur von der deutschen Schuld und Sühne immer weiter anwächst? Anstelle einer Antwort auf diese Fragen will ich ein epistolarisches Ereignis aus letzter Zeit zitieren.
In einem Briefwechsel mit dem Ethnologen Hans Peter Duerr habe ich von einer gewissen Gleichfötmigkeit des Verhaltens von Menschen gesprochen, die hilflos dem Massentod entgegenbhcken. Paul Feyerabend, dem Duerr meinen Brief zeigte, hat u. a. bemerkt: »Also, nach Lern, verhalten sich alle Menschen bei der Nachricht von einer imminenten Atomexplosion auf sehr einförmige Weise (wie, das sagt er leider nicht). Ich glaube, der gute Herr hat keine Ahnung von der Vielfalt menschlicher Reaktionen. Ein Lustmörder-der hat jetzt endlich Gelegenheit, seiner Lust zu frönen, wenigstens einmal, ganz ohne Bestrafung, also wird er schnellstens nach einem Opfer suchen Physisch Liebende werden lustvoll sterben in einer langen Umarmung, denn für einige Menschen ist Orgasmus nur dann vollkommen, wenn er der Auflösung ins Nichts gleichkommt (vgl. den japanischen Film im reich der sinne) Liest man Berichte, wie Menschen auf Ankündigung vom Untergang der Welt reagiert haben, so findet man gerade diese Vielfalt von Reaktionen.«
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