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~ I ~
Zu Frühlingsbeginn verbreitete sich die Kunde: In Posillipo in einem Gartenhaus lebt ein Mann, der die Welt erlösen will. Als erste sprach Anastasia davon, die Tochter des Gärtners, die jeden Nachmittag die frisch gemolkene Milch aus-trug.
Während sie die Milch in die Aluminiumtassen goß, meinte sie mit hölzerner Stimme, gleichgültig: »Zugereiste. Vor Weihnachten sind sie gekommen.«
Sie hob zu singen an und eilte die Stiegen hinunter. Wenn sie die Milch zu spät austrägt - hier, auf dem Posillipo, hält der Gärtner seine Kühe das ganze Jahr hindurch im Stall, er treibt sie nie auf die Wiese, und so kommt es gegen Ende des Winters schon vor, daß die ohne frisches Grünfutter und ohne Tageslicht vor sich hin dämmernden Tiere erst gegen Abend Milch geben -, singt Anastasia, weil sie Angst hat.
Die Nachricht, daß in ein Gartenhaus des Posillipo ein Mann eingezogen sei, der die Welt erlösen wolle, erregte auf dem Hügel keine besondere Aufmerksamkeit. Auf dem steilen Weg, der von der Straße Santo Stratos, wo der elektrisch angetriebene Omnibus verkehrt, hinauf zu der »Villa Ric-ciardi« genannten, von Lebewesen wimmelnden Eulenburg führt, sprachen die Passanten nur nebenbei von der Kunde. In dieser Gegend haben schon in früheren Zeiten Menschen gelebt, die die Welt erlösen wollten.
Daher erwähnten sie die Nachricht, daß ein Fremder, wahrscheinlich so ein Gottähnlicher, sich hier angesiedelt habe, nur nebenher. Sie sahen nichts Wundersames darin. Schließlich konnte man von Fremden, besonders von Engländern, alles annehmen. Außerdem war es ein nur zu natürliches und gar nicht seltenes Phänomen, daß jemand