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Die wirtschaftliche Lage I
DBI
S.Jahrgang
Deutsche Bauzeitschrift
Fachblatt für Entwurf und Ausführung
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Wohnraum im Einfamilienh (vgl. S. 836)
Der seit über einem Jahr für die wirtschaftliche Entwicklung in der Bundesrepublik kennzeichnende Konjunkturaufschwung dauert, nach Angabe des Bundesministers für V^irtschaft in seinem jüngsten Lagebericht, in voller Stärke an. Der entscheidende Antrieb für die kräftige Expansion kommt nach wie vor von den Investitionen, insbesondere von den steigenden Aufwendungen für Ausrüstungen. Insofern zeigt also das Konjunkturbild gegenüber der Lage im Vorjahr noch keine wesentliche Veränderung. Bei den übrigen für die Inlandsnachfrage bestimmenden Faktoren vollzieht sich jedoch ein V^an-del. Der Lageraufbau, der geraume Zei» hindurch besonders konjunkturverstärkend gewirkt hatte, verlangsamt sich und strebt offenbar seinem Höhe-Punkt zu. Auf der anderen Seife tritt jetzt der private Verbrauch, der bisher mit der allgemeinen Expansion nicht Schritt gehalten hatte, in ein verstärktes V\/achslum ein. Für die Gesamtnachfrage dürfte diese Entwicklung von größerem Einfluß werden als die Verlangsamung des Lageraufbaus. Es hat im Vergleich zu früheren Aufschwungphasen verhältnismäßig lange gedauert, bis der Investitionsboom die Verbrauchskonjunktur anfachte. Nunmehr sind aber die Voraussetzungen für eine verstärkte Ausweitung der mausgaben besonders günstig. Vor allem zeigen die Löhne jetzt eine he Reaktion auf die anhaltende Überbeschäftigung, die ihrerseits in Linie eine Folge der forcierten Ausrüstungs- und Bauinvestitionen ist. imer stärker werdende Konkurrenz um Arbeitskräfte treibt die Effektiv-in die Höhe. Hinzu kommt, daß bei den Lohnforderungen der Gewerk-„Nachholbedarf" geltend gemacht wird, womit sich wieder einmal der zyklenverstärkende Charakter der Lohnpolitik bestätigt. Neben dem beschleunigten Anstieg der Löhne und Gehälter trägt die Erhöhung der Rentenbezüge zur Steigerung der Einkommen bei. Schließlich dürften auch die Privatentnahmen der Selbständigen auf Grund der anhaltend günstigen Ertragslage der Unternehmen das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte ausdehnen. Da der kräftige Einkommenszuwachs vorerst nicht durch eine ver-
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stärkte Spartätigkeit gebunden wi deutet sogar eher auf eine leicht at Spielraum für Konsumausgabe der Einzelhandelsumsätze in de deutlich ausgenutzt. Die aus den genannten Quellen stammende Nachfrage bewirkt Produktionsfaktoren. Sie wird dl LI T.
¦d - die Entwicklur ibnehmende Sporneigi erheblich vergrößert leteten V^'ochen zeigt,
ig des Kontensparens ung hin -, hat sich der . Wie die Steigerung wird er auch bereits
nd oußerdem aus steigenden Staatsausgaben allein schon eine Überbeanspruchung der •ch anhaltend hohe und tendenziell steigende stungsbilanzüberschüsse verstärkt. Gerade hierin liegt ein wesentlicher I der Problematik, vor die sich die Wirtschaftspolitik der Bundesrepublik
gestellt sieht. Durch die Devisenüberschüsse fließt der Wirtschaft und dem Bankenapparat immer wieder Liquidität zu. Hiermit hängt es in der Haupt-soche zusammen, daß die Restriktionspolitik der Notenbank bisher nicht voll zur Wirkung gekommen ist. Immerhin lassen sich durch weitere Kreditrestriktionen, wie sie für den 1. Juni in Form einer nochmaligen Erhöhung der Mindestreservesätze beschlossen wurden, die unerwünschten Auswirkungen der außenwirtschaftlichen Überschüsse auf die monetäre Entwicklung einigermaßen in Grenzen halten. Auch durch einen verstärkten Kapitalexport - sei es auf dem Wege erhöhter staatlicher Auslandszahlungen oder zunehmender privater Investitionen im Ausland - kann dem Devisenzufluß entgegengewirkt werden. Ungelöst bleibt damit allerdings das Problem des ständigen Güterentzugs, den die außenwirtschaftlichen Überschüsse darstellen. Die Auslandsnachfrage ist so stark, daß trotz einer oußerordentlich kräftigen Steigerung der Einfuhren ein sehr beträchtlicher Nettoabfluß von Gütern und Leistungen in das Ausland erfolgt.