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DELPHI UND SEIN MUSEUM
GESCHICHTE DES ORTES UND DES ORAKELS Delphische Mythen
Nach der Sage war Gaia, die Erde, die Mutter der Götter, die ,,Ur-Sehe-rin" im Heiligtum von Delphi. Später nahm ihre Tochter Themis diese Stelle ein; dritte war eine andere Tochter der Gaia, die Titanentochter Phoibe, die Apollon den Beinamen Phoibos zum Geburtsgeschenk machte. Das alles erfahren wir aus dem Mund der Weissagerin Pythia, welche die Tragödie des Aischylos ,,Eumeniden" eröffnet. Wie Apollon dort seinen ersten Tempel errichten ließ und später den schrecklichen Drachen (die weibliche Schlange) bei einer Quelle tötete, erzählt uns der alte homerische Hymnus an Apollon. Später glaubten die Menschen, daß dieser Drachen — der berühmte Python, Wächter der Orakelstätte der Gaia — männlich und schrecklich gewesen sei und daß der Kampf, den der aus dem Norden, aus dem Tempe-Tal, gekommene junge Gott führte, um ihn zu vernichten, fürchterlich gewesen sei. Man glaubte auch, daß er, obwohl ein Gott, dennoch dem göttlichen Prinzip gehorchte, das er selbst eingeführt hatte, daß nämlich verbannt wird, wer seine Hände mit einem Mord befleckt hat; er verließ also Delphi für acht Jahre und diente Admet, dem König von Pherai, um sich von der Befleckung des Mordblutes zu reinigen. Er kehrte entsühnt und rein zurück und war nun alleiniger Herr des delphischen Orakels.
Das sind die Mythen der Alten über die Entstehung der berühmten Orakelstätte. Aber auch vom Ort selbst, der einzigartig ist und jeden packt, der ihn zum ersten Mal betritt, wußte man eine andere Geschichte zu erzählen: Um den Mittelpunkt der Erde zu finden, sandte Zeus von beiden Erdrändern zwei Adler aus; die heiligen Vögel trafen sich in Delphi, und das bedeutete, daß der ,,Nabel" der Erde dort war. Daher stand im Apollon-Heiligtum seit