Bővebb ismertető
Die landschaftliche Gestalt von Delphi ist einzigartig. ZuHäupten des Besuchers erheben sich zwei riesige Felsen, die Phä-driaden. Die östliche, die alte Hyampeia (heute Flembukos genannt)etwa 700 m hoch, die westliche, die Rodini etwas niedriger undweniger wild. Genau zu ihren Füßen, da wo unverhofft, als wahr-hafter Segen, das kühle Wasser der Quelle Kastalia hervorsprudelt,trennt eine furchterregende Schlucht, der enge und unzugänglicheArkoudorema (der Bärenfluß) die beiden Felsen und läuft überden Abhang tief hinunter in das Tal, das sich, von Olivenbäumendicht bestanden, bis zum Meer hinzieht. Der Anblick ist von über-raschender Schönheit.Das Großartige der delphischen Landschaft, die unzugängliche,furchterregende Schlucht zwischen den beiden Phädriaden, mußtenden dem Geist einer Landschaft so aufgeschlossenen alten Griechenden Eindruck erweckt haben, hier sei durch göttliche Einwirkungdie Erde aufgebrochen und die Göttin Gäa, die Mutter und Er-nährerin der Lebewesen, aber auch die Herrin über die Unter-welt, die jede Einzelheit des menschlichen Schicksals kennt, habedort einige ihrer Geheimnisse preisgegeben.Es gab keinen geeigneteren Ort für die Gründung eines Orakelsmit Gäa als höchster Gottheit, wo der rotschillernde Drache,Mit ehernen Schuppen gepanzert,Von des üppigen LorbeersDichtem Laub beschattet,Das erdentsproßne, grause Scheusal,Gäas Orakel bewachte.Euripides, Iphigenie auf Tauris, 1245 ff.Das bedeutet den Beginn des Kultes von Delphi 2. Jahrtausendv. Chr.Als später die Götter des Olymp über die alten erdgebundenenKulte Griechenlands siegten, wählte diesen gleichen Ort PhoibosApollo um da einen schönen Tempel zu gründen, als Orakelfür die Menschen, die, wie Homers Hymnus an Apollo sagt, dahinimmer volle Hekatomben (von Opfertieren) herbeischaffen würden,sowohl diejenigen, die den fruchtbaren Peloponnes besitzen, alsauch die, welche Europa und die Inseln zwischen den Wellenbewohnen, damit sie ihn um Rat fragen. (Homer, Hymnus anApollon 287 ff.)