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Vorwort
Die Publikation ist hervorgegangen aus einer Tagung über Demokratie-Theorie, die am 25. Mai 1991 am Philosophischen Institut der Theologischen Fakultät in Luzern stattfand. Anlaß war ein Forschungsprojekt des Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der Reformprozesse in den osteuropäischen Staaten, in dessen Rahmen zwei Philosophiekollegen aus Ungarn und Polen mehrere Monate am Philosophischen Institut in Luzern weilten. Zusammen mit einem weiteren osteuropäischen Kollegen und einer Reihe Schweizer Kollegen von den Universitäten Basel und Zürich sowie der Hochschule St. Gallen ergab sich eine Diskussion, in deren Mittel-puitkt das Demokratieverständnis in Ost und West stand, das durch die gegenwärtig in Osteuropa stattfindenden friedlichen Revolutionen eine erneute Aktualität erfahren hat und zu einem kritischen Überdenken der politischen Modelle zwingt. Die rasanten politischen Entwicklungen, die in den letzten Monaten in der ehemaligen UdSSR stattgefunden haben und damals noch nicht absehbar waren, haben die eine oder andere These - so auch die Redeweise von einer >östlichen< und >westlichen< Staatsauffassung - bereits überholt, so daß diese fast schon als historische Positionen angesehen werden müssen. Gleichwohl haben sie ihre generelle Bedeutung nicht verloren. Die oben genannte Thematik wurde sowohl unter historischer wie systematischer Perspektive betrachtet, wobei inhaltlich nicht weniger das unverzichtbare Vertrauen in die staatlichen Organe und Institutionen wie das Recht auf Widerstand zur Sprache kamen. Darüber hinaus wurden die vielfältigen Probleme aufgezeigt, die sich gegenwärtig in den reformwiUigen Ländern auftun.
Der Dr. phü. Schmid-Stiftung, Luzern, sei für die großzügige finanzielle Unterstützung bei der Drucklegung der Tagungsbeiträge sehr herzlich gedankt.
Karen Gloy