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Es würde, das wußte Schlomo Gold, noch Jahre dauern, bis er sein Auto vor dem Institut parken könnte, ohne eine kalte Hand zu spüren, die nach seinem Herzen griff. Er dachte manchmal sogar, das Institut solle seinen Sitz verlegen, damit ihm diese immer wiederkehrende Panik erspart bliebe. Auch die Möglichkeit, seine Patienten an einem anderen Ort zu behandeln, hatte er schon erwogen. Aber seine Superviso-ren waren der Ansicht, daß in seiner Situation innere Prozesse nötig sr en, keine äußeren Veränderungen.Noch immer klangen die Worte des alten Hildesheimer in ihm nach. Es gehe doch nicht um das Gebäude, hatte der Alte gesagt, nicht das Gebäude versetze ihn in Angst, sondern das, was jenes Ereignis in ihm ausgelöst habe. Seit jenem Tag hörte Gold den Alten jedesmal, wenn er sich dem Haus näherte, er hörte den schwerfälligen deutschen Akzent, er hörte diesen einen Satz: Mit seinen Gefühlen solle er sich auseinandersetzen, nicht mit Wänden aus Stein.Allerdings, so hatte Hildesheimer dann gesagt, sei es eine Tatsache, daß es um seine, Golds, Analytikerin gegangen sei, und das müsse man in Rechnung stellen. Vielleicht sollte er versuchen, sich den Schwierigkeiten zu stellen und dann an ihnen zu wachsen, hatte der alte Mann gesagt und Gold mit einem kühlen, durchdringenden Blick angesehen. Schlomo Gold aber, der einmal sehr stolz gewesen war, als man ihm die Schlüssel zum Gebäude ausgehändigt hatte, konnte sein Zimmer im Institut nicht mehr betreten, ohne von Entsetzen gepackt zu werden.