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Prolog
Am Abend des dritten Mai 1827 ereignete sich in dem Garten des greifen roten Hauses mit Bogenfenstern, das Nordend-Haus genannt wird und, von ausgedehnten Gärten und Parks umgeben, auf der östHchen Erhöhung der Hampstead-Heide zwischen dem Finchley-Weg und der Kastanien-Allee liegt, eine jener Familien-Tragödien, die den Dramatikern Stoff zu einem Trauerspiel und den Schriftstellern Stoff zu einem Roman liefern. Drei Personen standen auf dem Rasenplatz. Die Eine war ein alter Marm, dessen weißes Haar und gefurchtes Gesicht Zeugnis gab, daß er wenigstens sedi-zig Jahre alt war. Er stand hochaufgerichtet da, mit dem Rücken gegen die Mauer, welche den Garten von der Heide trermt, in der Stellung eines Mannes, der plötzlich in Leidenschaft geraten ist. Er hielt seinen Ebenholzstock, auf den er sich sonst stützte, hoch erhoben. Ihm gegenüber stand ein junger Mann von zweiundzwanzig Jahren, ungewöhnlich groß und stark von Gestalt, der, in grobe Seemannstracht gekleidet, in seinen Armen, wie beschützend, eine Dame in mittleren Jahren hielt. Das Gesicht des jungen Marmes trug einen Ausdruck von staunendem Entsetzen und die zarte Gestalt der grauhaarigen Dame war von Schluchzen erschüttert. Diese drei Personen waren Sir Richard Devine, seine Frau Lady Devine und sein einziger Sohn Richard, der erst diesen Morgen aus der Feme nach Haus zurückgekehrt war.
»So, Madame«, sagte Sir Richard in jenem hohen Tone, der selbst den Gefaßtesten unter uns in Augenblicken großer Gemütsaufregung eigen ist, »so sind Sie also zwanzig Jahre lang eine lebende Lüge gewesen! Zwanzig Jahre lang haben Sie mich betrogen und verspottet. Zwanzig Jahre lang haben Sie in Gesellschaft eines vornehmen Schurken, dessen Name ein Ausdruck für alles Liederliche und Gemeine ist, über midi gelacht imd mich für einen leichtgläubigen, gehörnten Narren gehalten! Und jetzt, da ich meine Hand erhebe gegen