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EMERENZ
Doktor Gion stand, über sein Mikroskop gebeugt, und betrachtete die winzige Blutprobe, die er dem Ohrläppchen der jungen Magd entnommen hatte. Langsam kleidete sich diese hinter ihm in ihr dunkelblaues Feiertagsgewand, noch leicht betäubt von den kräftigen Strahlen, mit welchen Al-runa, die geistliche Schwester, sie behandelt hatte. Dann saß sie steif aufrecht, etwas riesenhaft, zwischen schimmernden Werkzeugen und Schränken, und sah bald auf die hochgestielte Feuertulpe, die am Fenster blühte, bald auf den unscheinbaren schmächtigen Mann im weißen Leinenkittel, der, ohne nach ihr umzublicken, in dem glänzenden Rohr ihr Geschick erforschte. Auffallend an ihr war nur die ungewöhnliche Größe; sonst unterschied sie sich wenig von den meisten weiblichen Erscheinungen des nahen Gebirgslandes; die Züge waren eckig, das Haar dunkelrötlich, mit blonden Lichtern darin, die Augen wasserblau, etwas verstohlen und manchmal schläfrig.
Sah man sie genauer an, so gewahrte man unter der
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