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DER BAUINGENIEUR19. Jahrgang7. Januar 1938Heft 1/2DEZIMALKLASSIFIKATION UND BAUINGENIEURWESEN.Von Dr.-Tilg. O. Frank, Berlin-Steglitz.DK 025.45Inhaltsübersicht: Die Notwendigkeit, das in großer Mengeanfallende technische Schrifttum zu ordnen und nutzbar zu machen,führt zur Dezimalklassifikation, die ein international anerkanntes Ord-nungssystem ist. Die für das Bauingenieurwesen in Betracht kommendenAbteilungen der Dezimalklassifikation werden dargestellt, und einigeAnweisungen für die Benutzung gegeben.In allen Gebieten der Technik macht sich in zunehmendemMaße das Bedürfnis geltend, den Umgang mit dem Fachschrifttumzu erleichtern und zu verbessern. Die Fülle des Schrifttums und diezunehmende Überschneidung der einzelnen Gebiete der Technik er-fordern Maßnahmen, dem einzelnen Techniker die Möglichkeit zugeben, sich nicht nur über das Schrifttum seines eigenen Fachgebie-tes, sondern auch über das benachbarter Fachgebiete schnell undzuverlässig zu unterrichten.Ein Mittel hierzu ist auch die einheitliche Stoffeinteilung, anderen Schaffung, sei es für das Gesamtgebiet der Technik, sei esfür Einzelgebiete, unablässig an den verschiedensten Stellen ge-arbeitet worden ist und gearbeitet wird.Der Gedanke, daß die Technik in sich ein geschlossenes Ganzebildet, führt mehr und mehr zu der Erkenntnis, daß eine ein-heitliche Stoffeinteilung für das Gesamtgebiet der Technik(und darüber hinaus für das Gesamtgebiet der Wissenschaften) er-forderlich ist. Als solche bietet sich die bereits vor 50 Jahren in denGrundzügen von dem amerikanischen Bibliothekar Melvil D e w e yfestgelegte und in der Zwischenzeit unablässig weiter ausgebauteInternationale Dezimalklassifikation (DK)" dar. Sie wird in denverschiedensten Ländern als Ordnungsmittel in Bibliotheken, fürBibliographien, in Zeitschriften, ja sogar in der Verwaltung vonUnternehmen verwendet. Vorzugsweise erstreckt sich diese Ver-wendung auf das Gebiet der Naturwissenschaften, der Technik undder Verwaltungswissenschaften, weil gerade hier eine schnelle, zu-verlässige Ordnung und Nutzbarmachung des in großer Menge an-fallenden Schrifttums eine besondere Notwendigkeit ist.Die Anwendung in Deutschland sei nur an zwei Beispielen er-läutert, die kennzeichnenderweise verhältnismäßig junge und starkaufstrebende Teilgebiete der Technik betreffen :In der Elektrotechnik wird heute die Dezimal-klassifikation mit Nutzen zur Kennzeichnung der Titel von Büchernund Zeitschriftenaufsätzen angewendet und zwar in allen wichtigenVeröffentlichungen, so z. B. in der Elektrotechnischen Zeitschrift,im Archiv für Elektrotechnik, in der Elektrischen Nachrichtentech-nik, in der Elektroschweißung, in der Elektrizitätswirtschaft, in derElektrowärme, in den Elektrotechnischen Berichten. (Nur neben-bei sei erwähnt, daß auch in namhaften elektrotechnischen Zeit-schriften des Auslandes, so z. B. in der Revue Générale de l'Elec-tricité, dem Bulletin des Schweizerischen Elektrotechnischen Ver-eins und im Elektrotechnicky Obszor, Prag, in gleicher Weise ver-fahren wird.)Das zweite Beispiel bildet die Aluminiumindustrie.In der Zeitschrift Aluminium" werden die Titel der regelmäßigveröffentlichten Schrifttumübersichten durch DK-Zahlen gekenn-zeichnet, und man beabsichtigt, in der Aluminiumindustrie auchfür die Organisation in den einzelnen Werken weitgehend von derDezimalklassifikation Gebrauch zu machen.Wie sieht es nun mit der Dezimalklassifikation und ihrer An-wendung für das Bauingenieurwesen aus ?Zunächst ist es wichtig zu wissen, daß die Dezimalklassifi-kation eine Gesamteinteilung aller Wissensgebiete ist, also eineuniversale Stoffeinteilung. Eine solche Stoffeinteilung siehtnatürlich anders aus und ist nach anderen Gesetzen aufgebaut alsStoffeinteilungen für bestimmte, eng begrenzte Anwendungsge-biete. Sie bietet aber diesen gegenüber den Vorteil, daß an Stelleeiner Reihe von nach verschiedenen Gesichtspunkten aufgebautenEinteilungen, deren Nebeneinanderbenutzung so gut wie unmöglichist, sie allen Einzelgebieten eine sinnvolle Eingliederung erlaubtund dabei doch den Gesamtgesichtspunkt und den Gesamtnutzenzu verwirklichen gestattet.Die Dezimalklassifikation teilt das Gesamtgebiet des mensch-lichen Wissens in zehn Hauptgruppen:0Allgemeines, Bibliographie, Bibliothekswesen,1Philosophie,2Religion,3Sozialwissenschaften, Recht,4Sprachwissenschaften,5Mathematik, Naturwissenschaften,6angewandte Wissenschaften, Medizin, Technik,7Kunst,8schöne Literatur,9Geschichte, Geographie.Diese Hauptgruppen werden jeweils durch Anhängung weitererZiffern erweitert; z.B. die Gruppe 6 in:60Allgemeines,61Medizin,62Ingenieurwesen,63Landwirtschaft,64Hauswirtschaft,65Handels- und Verkehrstechnik,66industrielle Chemie,67verschiedene Industrien und Gewerbe,68verschiedene Industrien und Gewerbe (Fortsetzung),69Hausbau, Wohnungsbau, Baustoffe, Bauhandwerke.