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VORWORT
Jedermann weiß, was Zement ist, aber selbst in Kreisen, die täglich mit ihm zu tun haben, hat man oft keine Vorstellung davon, wie dieses merkwürdige graue Pulver entsteht, das, mit Wasser angemacht, sich in ein steinartiges Gebilde verwandelt, das die Härte und die Festigkeit von Feuerstein erreichen kann. Ein Wissen über die hier obwaltenden Zusammenhänge ist aber notwendig, weil es nicht nur eine ganze Reihe hydraulischer, d. h. zementartiger Bindemittel gibt, unter denen der Fachmann zu wählen hat, sondern weil auch die wirtschaftliche Bedeutung der Bindemittel und des mit ihrer Hilfe hergestellten Betons groß und noch in beständiger Zunahme begriffen ist.
Nun gibt es zwar aus meiner eigenen Feder ein dreibändiges Werk der Zementchemie, aber hier ist das Thema in einer Breite behandelt, wie sie im Hinblick auf die Menge des in der wissenschaftlichen und technischen Literatur angesammelten Materials erforderlich war; demgegenüber bedarf ein Student oder ein junger Ingenieur, der sich über das Wesen der Bindemittel und ihres Erhärtungsvorganges unterrichten will, einer kurzen Einführung, die das Wesentliche in gedrängter Form bringt. So habe ich mich auf dringendes Verlangen entschlossen, nun auch noch die Bearbeitung einer Einführung in die Herstellung und Verarbeitung des Zements zu übernehmen, obwohl ich vor zwei Jahren glaubte, meine dem Zement gewidmete Lebensarbeit mit der Neubearbeitung der dritten Auflage meiner ,,Zementchemie" zum Abschluß gebracht zu haben. Dabei war ich mir bewußt, daß es nicht leicht sein würde, eine Abgrenzung des so umfangreichen Stoffes so vorzunehmen, daß ohne Verzicht auf eine unvermeidliche Ausführlichkeit doch der Charakter einer ,,Einführung" gewahrt bleibt. Wenn es mir trotzdem — wie ich hoffe — gelungen ist, das gesteckte Ziel zu erreichen, so habe ich das wesentlich auch der Beratung zu verdanken, die mir durch die Herren Prof. Dr. W. Kleber und Prof. Dr. A. Petzold bei der Abgrenzung des Stoffes und bei der Abfassung mancher Textstelle zuteil wurde. Ich möchte den verehrten Herren Kollegen auch an dieser Stelle sehr herzlich dafür danken.
Berlin-Lichlerfelde, im Herbst 1961 Der Verfasser