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1 Der Mann mit dem weißen Haar
Es war beinahe Mitternacht, als ein schmächtiger Mann die Place de la Concorde überquerte. Obschon er in einen kostbaren Pelzmantel gehüllt war, madite er einen schwächlichen und fast ärmUchen Eindruck.
Ein kleiner Mann mit einem Rattengesicht. Ein Mann, dem niemand zugetraut hätte, daß er im Leben irgendeine Rolle spielen körme. Und doch übte dieser unscheinbare Mensch einen gewaltigen Einfluß auf die Geschicke der Welt aus. Gerade jetzt erwartete eine Gesandtsdhiaft seine Rückkehr. Aber er hatte vorher noch Geschäfte zu erledigen, von denen die Gesandtschaft allerdings keine Kenntnis hatte, wenigstens nidit offiziell.
Er erreichte die Seine, überschritt die Brücke und betrat einen ziemlich berüditigten Stadtteil von Paris. Vor einem großen, verwahrlosten Haus blieb er stehen und stieg dann langsam die Treppe zu einer Wohnung im vierten Stock empor. Kaum hatte er geklopft, als die Tür von einer Frau geöffnet wurde, die offenbar sein Erscheinen bereits erwartet hatte. Sie begrüßte ihn nicht, half ihm aber aus dem Überrock und ging voran, in einen mit schäbiger Eleganz eingerichteten Salon. Das elektrische Licht, durch einen schmutzigen rosa Lampenschirm gedämpft, beschien das Gesicht des Mädchens, dessen mongolisch breite Züge von einer dicken Schicht billiger Schminke bedeckt waren. Über den Beruf Olga Demiroffs konnte kein Zweifel bestehen, ebensowenig wie über ihre Rassenzugehörigkeit.
«Alles in Ordnung, Kleine?» «Alles in Ordnung, Boris Ivanovitch.»
Er nickte und murmelte: «Ich glaube nicht, daß mir jemand gefolgt ist.»
Und doch lag Angst in seiner Stimme. Er ging zum Fenster, schob die Vorhänge ein wenig zur Seite und spähte vorsichtig hinaus. Plötzlich fuhr er zurück.
«Es sind zwei Männer draußen — drüben auf dem Trottoir.
Mir sdieint--» Er hielt inne und begann seine Nägel zu
kauen, was er stets tat, werm er Angst hatte.
Die Russin schüttelte langsam, beschwichtigend den Kopf.
«Die waren schon hier, bevor Sie kamen »
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