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I In den Hügeln von Vermont
Das Kind erwacht von dem Schrei. Ein hoher, heller Schrei, der jáh abbricht, ein Poltern, dann wieder die helle Stimme: »Nein! Nein!«
Dann ein Schufi.
Das Kind hat sich aufgerichtet, starrt mit weit aufgerissenen Augen ins Dunkel, lauscht, springt aus dem Bett, und wáh-rend es zur Tür láuft, falit der zweite Schufi.
Auf der schmalen Holzstiege, die hinabführt in den Wohn-raum, bleibt das Kind vor Schreck erstarrt stehen.
Zwei Menschen liegen auf dem Boden. Die Frau liegt auf dem Gesicht, sie hat die Arme weit ausgebreitet, so wie sie sich schützend vor den Mann geworfen hat, dem der Schufí gegol-ten hat. Darum hat der erste Schufi sie getroffen. Sie ist vorn-über gestürzt. Ihr blondes Haar ist wie ein Schleier auf dem Boden auseinandergefallen.
Man sieht kein Blut, keinen Einschufi.
Sie hatte ihr Haar an diesem Abend gewaschen. In einem blauseidenen Morgenrock safi sie auf einem niedrigen Hocker vor dem Kamin und trocknete ihr Haar. Das Kind durfte es kám-men. Und der Mann, derjetztgekrümmt, die Beine angezogen, das Gesicht verzerrt, den Mund noch wie zum Schrei geöffnet, auf der Seite liegt, hatte mit dem Haar gespielt. Er kniete hinter ihr, liefi es durch die Finger gleiten, nahm eine Stráhne zwi-schen die Lippen, und schliefilich hatte er sich ihr Haar, das noch ein wenig feucht war, über das Gesicht gebreitet.
»Like a golden rain«, hatte er gesagt.
Wie ein goldener Regen. Frederike hatte es für das Kind übersetzt, denn es spricht noch kaum englisch.
Dann hatte sie mit einem Lachen das Haar in den Nacken geworfen. »Geh ins Bett, Liebling, es ist schon spát.«
»Och «
»Wir gehen auch bald schlafen. Ich bin müde.«
Mit einer vorsichtigen, schwebenden Bewegung hatte sie ih-ren schweren Leib berührt, erst geseufzt, dann geláchelt. Und