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EINFÜHRUNG
UM EIN CHRISTENTUM DER TAT
Der Jakobusbrief steht seines Umfanges wegen an der Spitze der sogenannten Katholischen Briefe, die mit Ausnahme des 2. und 3. Johannesbriefes nicht an eine bestimmte Gemeinde oder Person, sondern an eine Mehrheit von Christen gerichtet, also eine Art Rundschreiben sind. Gerade der Jakobusbrief entspricht der im Titel „Katholische Briefe" ausgesprochenen Charakteristik am deutlichsten, weil es sich hier um eitle Abhandlung religiös-sittlichen Charakters handelt, die sich der Briefform als Stilform bedient. Es fehlen nämlich nicht nur Schlußgruß und Unterschrift, sondern auch greifbare persönliche Beziehungen zwischen Absender und Adressaten. Bei den Empfängern handelt es sich um arme, gedrückte Judenchristen in der heidnischen Diaspora, wohl Syriens und Ziliziens.
Der Verfasser, der sich schlicht als „Jakobus, Knecht Gottes und des Herrn Jesus Christus" einführt (1,1), seine Autorität sonst aber nicht näher charakterisiert, sondern sie einfachhin bei den Adressaten voraussetzen kann, ist ebenfalls ein aus dem Judentum herkommender Christ. Er verfügt neben einer guten Kenntnis des Alten Testamentes und der jüdischen Geistigkeit seiner Zeit auch über einen zutreffenden Einblick in die Nöte seiner Glaubensgenossen und schreibt ein gepflegtes Griechisch.^ Ob der „Herrenbruder" Jakobus^, der erste Leiter der Gemeinde von Jerusalem, der als „Säule" der Urkirche neben Petrus und Johannes galt (Gal 2,9), solche guten Griechischkenntnisse besaß (Jerusalem war damals ebenso wie Galiläa zweisprachig) oder ob er sich eines Judenchristen aus der griechischen Diaspora als Schreiber und