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ERSTES BUCH
1969
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Ich saß im Bett und schlürfte heißen Kaffee, als die Krankenschwester hereinkam. Die Engländerin mit den großen Brüsten. Sofort fummelte sie an den Vorhängen herum und zog sie auf, damit mehr Tageslicht ins Zimmer strömte.
»Guten Morgen, Mr. Perino«, sagte sie.
»Guten Morgen, Schwester«, antwortete ich.
»Heute ist der große Tag, nicht wahr?« Sie lächelte.
»Tja.«
»Dr. Hans wird jeden Augenblick hier sein«, sagte sie.
Plötzlich meldete sich meine Blase. Ich schwang die Beine über den Bettrand. Sie nahm mir die Kaffeetasse ab. Ich ging in die Toilette, ohne mir die Mühe zu machen, die Tür zu schließen. Hier war, nach einem Aufenthalt von einem Monat, nichts mehr intim.
Die Stärke, mit der die Flüssigkeit aus mir strömte, hatte etwas Beruhigendes. Beim Händewaschen betrachtete ich im Spiegel die weißen Verbände, die mein Gesicht bedeckten. Wie ich wohl darunter aussah? Das würde ich bald genug erfahren. Ein komischer Gedanke schoß mir durch den Kopf: Würde ich mich zukünftig im Gesicht kratzen, wenn mich der Hintern juckte?
Sie wartete schon mit einer Spritze, als ich wieder ins Zimmer kam. Ich blieb stehen. »Wozu ist die?«
»Dr. Hans hat sie verordnet. Ein leichtes Beruhigungsmittel. Er möchte, daß seine Patienten entspannt sind, wenn die Verbände abgenommen werden.«
»Ich bin ganz ruhig.«
»Ich weiß«, sagte sie. »Aber trotzdem. Es ist ihm lieber. Geben Sie mir Ihren Arm!«
Sie war sehr geschickt, ich spürte nur einen winzigen Stich. Dann führte sie mich zu dem Stuhl am Fenster. »Und jetzt setzen Sie sich, ich mache es Ihnen nett und gemütlich.«
Ich setzte mich hin; sie legte mir eine leichte Decke um die Beine und ein weiches Polster hinter den Kopf. »Ruhen Sie sich etwas aus«, sagte sie und ging zur Tür. »Wir kommen bald wieder.«
Ich nickte, und sie ging hinaus. Die Sonne schien auf den Sommerschnee der Alpen. Ein Mann in kurzen Lederhosen kam vorbei.
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