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D
er Eisenguß entspringtwohl einer sehr alten Freude am Bilden in Metall. Man denke an die Schöpfungen der Harnischmacher, der Glocken- und Stückgießer des fünfzehnten bis siebzehnten Jahrhunderts, an die Feinheit, mit welcher der edle Werkstoff im künstlerischen Eisenschnitt und in der Eisengravierung seit Dürers Zeit behandelt wurde. Diese Wertung als Kunsthandwerk blieb dem deutschen Eisenguß mehr als drei Jahrhunderte erhalten. Erst mit der Stillosigkeit des späten neunzehnten Jahrhunderts starb dieser einst so blühende Kunstzweig mehr und mehr ab. Auch auf die wahrhaft; beachtlichen Erzeugnisse älterer Zeit legten sich Verkennung und Nichtachtung, und das frühe zwanzigste Jahrhundert räumte mit dem «alten Eisen» gründlich auf. Außerdem hatten Witterungseinflüsse, Brände und Kriegseinwirkungen ein weitgehendes Zerstörungswerk getan.
Heute erwacht jedoch aufs neue Interesse an dieser edlen Kunstübung und Bewunderung für die einstmals so hochentwickelte Behandlung des spröden Materials, die Klarheit des Gusses und Sicherheit der Formgebung. Die Bemühungen der Institute für angewandte Kunst, die sich seit Jahrzehnten intensiv auf eine vorbildliche Gestaltung der Industrieerzeugnisse an Gegenständen des täglichen Bedarfs richten, gehen gleichfalls nicht achtlos an einer Neuentwicklung des Eisenkunstgusses vorüber, wenn auch der Schmiedekunst das durchaus größere Feld überlassen bleibt. So werden manche, noch immer aus Eisen gefertigten Dinge der häuslichen Ausstattung wieder künstlerisch in zeitgemäßer Form gestaltet. In ornamental und figürlich gezierten Platten zur Verkleidung von Heizungen und Kaminen, Kamingarnituren, Rauchtischen, in Leuchten, Plaketten, Kästchen, Dosen, Schalen lebt jene alte Kunstübung in beachtlichen Leistungen verschiedener deutscher Gießereien wie Lauchhammer - in bescheidenem Maße auch Ilsenburg - in Hirzenhain, Wasseralfingen, Rendsburg und in sowjetischen Kunstgießereien wieder auf.