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Lieber Christ,
Sonntag für Sonntag erlebst Du, wie der Priester im Wort-gottesdienst vor versammelter Gemeinde die Heilige Schrift vorliest und danach in der Predigt erklärt, was gelesen wurde. Hier hörst Du das lebendige Wort Gottes; der Herr selbst spricht zu seiner Gemeinde, wenn die Heilige Schrift kirchlich gelesen und erklärt wird. Wir begrüßen ihn als gegenwärtig unter uns: Gloria tibi, Domine! - Ehre sei dir, Herr!, laus tibi, Christel - Lob sei dir, Christus! Im feierlichen Amt zeigen Weihrauch und Kerzen an: Christus als das Licht der Welt leuchtet nun vor den Augen unseres Glaubens auf; unsere Ohren sollen nun sein heiliges Wort vernehmen. Sicher hast Du dabei schon einmal die Erfahrung gemacht: „Lebendig ist das Wort Gottes und wirkmächtig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert. Es dringt durch, bis es Seele und Geist, Gelenk und Mark scheidet. Und es ist ein Richter über die Gedanken und Gesinnungen des Herzens, und kein Geschöpf ist vor ihm verborgen (Hebr 4,12 f.). Wer das erfahren hat, möchte wohl auch gern selbst einmal in diesem heiligen Buch lesen, vielleicht in Gemeinschaft einiger christlicher Brüder und Schwestern, vielleicht aber auch in stiller Stunde allein daheim. Können wir denn aber auch privat die Heiligen Schriften verstehen? Wer sie im Glauben liest, liest sie nie allein. Zunächst ist dann immer die Mutter Kirche mit ihrer Erklärung bei uns; der aber hat der Heilige Geist den Sinn der Heiligen Schriften unfehlbar erschlossen. Wir lesen ja nur noch einmal nach, was uns in der kirchlichen