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L Familienlehen
Der Kutscher hatte die Pferde ausgespannt, sie in den Stall geführt, ihnen Hafer vorgeschüttet. Er tauschte einen mürrischen Gruß mit dem Knecht und stapfte über den Hof zum Hintereingang des Gutshauses. Dort standen die Reisetaschen.
Im ersten Stockwerk riß Alfons Bauer, Neffe der Frau Trümpy, das Flurfenster auf und rief mit schriller Stimme hinunter: „Reus-ser, lassen Sie alles stehen und liegen! Sie müssen sofort nach Bern fahren und Doktor Demme holen. Frau Trümpy hat einen Unfall erlitten. Nehmen Sie den Dogcart, spannen Sie den Schimmel ein! Auf meine Verantwortung!"
Bauer schloß das Fenster und lehnte sich schweratmend an die Brüstung. Seine Oberlippe blutete, er tupfte das Taschentuch darauf. Trümpy hatte ihn ins Gesicht geschlagen. Ein betrunkenes Tier! Sophie war zusammengebrochen und hatte leise gejammert: „Mein Auge! Mein Auge!" Der brüllende Trümpy hatte nochmals mit der Faust nach ihm gestoßen, da war Bauer geflohen.
Er steckte das Taschentuch fort, fuhr mit der Zunge über die blutende Lippe und lauschte. Gepolter und Gebrüll.
Weinend stürzte die alte Magd Ännelie aus dem Salon. „Er-er hat ihr das linke Auge zerschlagen . . ."
„Vor drei Uhr kann Doktor Demme nicht hier sein", sagte Bauer tonlos. „Nehmen Sie die Jungmagd zu Hilfe."
„Die muß in der Bügelstube sein, holen Sie sie bitte, Herr Prokurist. Ganz schnell soll sie kommen und einen Krug Wasser mitbringen."
Bauer verließ das Haus über die Hintertreppe. Unten sah er die Reisetaschin. Der Kutscher war vorgestern nach Lausanne gefahren, um Flora Trümpy aus dem Pensionat heimzuholen.
Der Dogcart fuhr zum Tor. Reusser in seinen braunen Stulpenstiefeln, der weißen Hose, dem grünen Rock, auf dem Kopf den