Bővebb ismertető
Deadricks erster Gedanke, nachdem er den Hinweis gelesen hatte, war: Wieder so ein Sozialismusverbesserer, der uns einen Stapel Dollars kosten wird! Ein Buch, das wir subventionieren, hundertzwanzig Vertrauensleute in der ganzen Welt, die jubelnde Rezensionen lancieren, die Vergabe von einem Dutzend Forschungsaufträgen, damit der Mann auch in die Literaturwissenschaft eingeht, und nach drei Jahren, wenn es gut geht, erst nach fünf, die Bereitstellung eines möglichst abseits der öffentlichen Aufmerksamkeit gelegenen Hauses, in dem der dann Exilierte sein Leben ohne nennenswerte Störungen beschließen kann.
Einige Male haben wir das nun schon gemacht. Genau so. Das Geschäft mit den Dissidenten verspricht viel. Eingebracht hat es bislang wenig. Vielleicht brauchen wir mehr Praxis. Wie oft haben wir schon für hoffnungslose Alkoholiker Plätze in Sanatorien bezahlt? Am günstigsten kamen wir noch weg, wenn wir solche ausgebrannten Polit-Poeten bei einem Emigrantenblättchen unterbringen konnten oder bei Radio Free Europe. Ab und zu eignete sich sogar einer zum Professor für ein Institut für Sowjetologie oder wenigstens zum wissenschaftlichen Mitarbeiter.
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I.
»Du solltest ein Kochbuch schreiben.« Boris Petrowitsch Kursanow schnupperte dem Duft nach, der durch den Wohnraum der Datscha zog. Dabei hörte er nicht auf, sich zu rasieren; er tat es langsam, mit kurzen Strichen des Rasiermessers, wobei er die Haut mit zwei Fingern spannte, um auch tatsächlich jedes Haar zu erwischen.
Der Mann am Propangaskocher, er schien etwas jünger zu sein als Kursanow, ließ sich nicht stören. Er bereitete zwei Zander zu, die er am Morgen von einem Angler gekauft hatte. Sorgfältig verteilte er Butter über die Fische und achtete darauf, daß sie nicht am Boden der Pfanne festbrieten. Er brummte etwas, das Kursanow nicht verstand, und dieser wiederholte: »In der Tat, Wadja, es würde sich lohnen! Kinderbücher kannst du immer noch schreiben, aber ein vernünftiges Kochbuch — das wäre eine Sensation, wenn es von dir kommt!«
An den Hosen Kursanows waren die breiten blauen Streifen, wie ein Fliegergeneral sie zu tragen hatte. Aber wenn man ihn so sah, mit den herabhängenden Hosenträgern, dem weißen Unterhemd und dem zur Hälfte mit Seifenschaum bedeckten Gesicht, fiel es einem schwer, sich ihn in der Funktion eines hohen Militärs vorzustellen. Er mochte fünfzig Jahre alt sein, vielleicht etwas älter. Schwer zu schätzen. Sein Gesicht war wettergebräunt, zeugte von Gesundheit. Hätte er behauptet, er wäre vierzig, man würde es ihm geglaubt haben.
Wadim Sergejewitsch Shagin, der Jüngere der beiden, hätte hingegen durchaus angeben können, er sei weit über die Fünfzig hinaus, kaum jemand hätte daran gezweifelt. Er war außerordentlich schlank, auch sein Gesicht war schmal, es hätte asketisch gewirkt, wenn nicht die hellblauen Augen mit dem Schimmer von versteckter Heiterkeit diesen Eindruck gemildert hätten. Shagin strich sich das widerspenstig in die Stirn fallende blonde Haar zurück, warf einen prüfenden Blick auf die Zander, und dann brannte er sich eine