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Vorwort
Anfang 1966 berichteten mehrere europäische Zeitungen, daß Aino Kuusinen, die Witwe des langjährigen Sekretärs der Kommunistischen Internationale und sowjetischen Spitzenfunktionärs Otto Kuusinen, sich im Westen befinde. Aino Kuusinen, so wurde mitgeteilt, habe von der Sowjetführung die Erlaubnis zu einem kurzfristigen Besuch ihrer Heimat, Finnland, erhalten und beschlossen, nicht mehr in die Sowjetunion zurückzukehren.
Zunächst konzentrierte sich verständlicherweise das Interesse weniger auf Aino Kuusinen selbst als vielmehr auf die Tatsache, daß sie die Witwe Otto Kuusinens war. Otto Kuusinen gehörte zu den wenigen hohen Funktionären, die alle Säuberungen Stalins überstanden hatten.
Er war ein Freund Lenins, Berater Stalins und Verbündeter Chruschtschows; mehr als vierzig Jahre spielte er sowohl in der Kommunistischen Internationale als auch in der sowjetischen Partei- und Staatsführung eine bedeutende Rolle. Dies machte seinen Namen auch in der nichtkommunistischen Welt weithin bekannt. Kuusinen war einer der Begründer der KP Finnlands im Jahre 1918 und von 1921 bis 1939 Sekretär des Exekutivkomitees der Kommunistischen Internationale (Komintern) in Moskau. Somit gehörte Otto Kuusinen dem entscheidenden Führungskreis der kommunistischen Weltorganisation seit ihren Anfängen bis fast zu