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Vorspiel Es war ein wundervoíler Theaterabend. Nach dem ersten Pfeifen hielten wir den Erfolg noch nicht für gewifi. Obwohl es eigentlich ein untrügliches Zeichen war, dafi schon nach den ersten Sátzen der Schauspieler Gezische aufschlug, von einigen diskreten »Pfui« begleitet. Spáter verwoben sich erregte Dialógé auf der Galerie mit dem Text der Schauspieler auf der Bühne. »Monsieur, würden Sie das Gepfeife lassen, das stört den Kunstgenufi.« - »Monsieur, ich habe die Karte bezahlt, damit habe ich das Recht erworben, mein Mififallen zu áufiern.« - »Monsieur, veriíbeln Sie's mir nicht, aber Ihr Geschmack ist recht antiquiert.« - »Und der Ihre, mit Verlaub, ziemlich barbarisch.« - »Alte Mumien, Glatzköpfe ihr!« - »Zerfledderte Grünschnábel!« - »Schmeifit sie raus!« - »Zuerst fliegt ihr aber, ihr Strolche!« - »Ruhe!« - »Ruhe noch eins!« Von diesem Zeitpunkt an waren wir uns dessen fast gewifi, dafi das Publikum dieses Stück nicht mit vornehmer Zurückhaltung hinnehmen würde. Als Sich dann ein altér Akademiker aus der ersten Reihe der Orchestersitze wütend die Perücke vom Kopfe rifi und auf die Bühne schleuderte, wufiten wir, dafi wir eine Schlacht gewonnen hatten. Victor Hugos Hemani wird auf der Bühne der Comédie Fran$aise an mindestens hundert Abenden durchfallen und hundert Abende gefeiert werden. Dafi sich ein Skandal zusammenbraut, hatten wir vorher wissen können. Wie heifi das Eisen war, zeigte sich schon bei den Proben. Die jungen Romantiker und die eingefleischten Klassizisten hatten das Kriegsbeil ausgegraben. Und wo hatte es nun passender zu einer öffentlichen Auseinandersetzung kommen können, als gerade bei der sehnlichst erwarteten Hernani-Premiere Victor Hugos, des Führers der jungen Romantiker? Zweifellos - beide Seiten hatten sich auf diese Schlacht bestens vorbereitet. Die »Grauen«, von den »feuerroten« Romantikern als deren Feinde so benannt, waren Inhaber der besten Plátze im Zu5