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VORWORT
Verkehrsmittel dienen seit eh und jeh der Beförde-rung von Menschen, Gütern und Nachrichten, lm Verlauf der Geschichte habén sie sich nicht nur wei-ter entwickelt, sondern auch für den Fortschritt der Menschheit einen entscheidenden Beitrag geleistet. Ja, man kann sagen, daíS das Verkehrswesen die Menschheitsgeschichte nachhaltiger beeinfluSt hat als alle anderen Bereiche der Technik. Verkehr ist nicht nur eine máchtige Sáuie von Handel und Industrie, sondern er bringt auch Menschen und Völker einander náher und führt so zu einer engen und fruchtbringenden internationalen Zusammenarbeit. Die moderne Wirtschaft wáre ohne Verkehr undenk-bar. Seit der industriellen Revolution, die durch die Nutzbarmachung der Dampfkraft eingeleitet wurde, hat er eine tiefgreifende Umwandlung erfahren. Der technische Fortschritt stellte dem Verkehr nicht nur eine Füllé neuer Aufgaben, sondern ermöglichte es auch, die schwierigen Transportprobleme des Indu-striezeitalters zu lösen. Aus lockeren, mehrzufálligen Verbindungen entwickelte sich ein engmaschiges Verkehrsnetz, das nicht nur die einzelnen Volkswirt-schaften umfafit, sondern auch untereinander zur Weltwirtschaft zusammenschlieBt. Die Schiffahrt, einer der áitesten Verkehrstráger, wurde durch die Einführung der Dampfkraft auf eine neue Grundiage gestellt. Das vom Wind unabhángi-ge Schiff entwickelte sich zu einem zuverlássigen Bindeglied zwischen den Erdteilen; der Transport von Personen und Gütern auf Flüssen, Seen und Kanálén — die Binnenschiffahrt — wuchs sich zu einem wichtigen Verkehrszweig aus. Die Nutzbarmachung der Dampfkraft brachte aber auch ein ganz neues Verkehrsmittel hervor: die Eisenbahn. Sie erschloB weité Gebiete — vor allém in den USA — der Besiedlung, dem Handel und der Industrie und machte eine umfassende Weltwirtschaft überhaupt erst möglich. Eine neue Entwick-lung setzte mit der Erfindung des Verbrennungsmo-tors ein. Ohne ihn hátte sich die geradezu expio sionsartige Entwicklung der Motorisierung der Verkehrsmittel zu Lande, auf dem Wasser und schlieB-lich auch in der Luft nicht vollziehen können. Hi°' sind vor allém das Flugzeug und der Kraftwagen zu nennen.
Die Sehnsucht des Menschen, gleich dem Vogel zu fliegen, reicht weit zurück in frühe Zeiten, doch en-deten alle Versiiche, sich mit Hilfe selbstgefertigter Flügel in die Lüfte zu erheben, mit einem MiBerfolg. Zur Nachahmung des Vogelflugs, dieser ungebunde-nen und schnellen Bewegung, reichte die Muskel-kraft des menschlichen Körpers nicht aus. Kein an-deres Verkehrsmittel macht heute den raschen Fortschritt der Technik so deutlich wie das Flugzeug. Dies zeigt sich in höheren Fluggeschwindigkeiten, gröBeren Transportkapazitaten und Flugweiten, aber auch in gesteigertem Komfort und in einem immer
gröBeren Sicherheitsfaktor. Die Geschwindigkeit der heutigen Überschallflugzeuge spart kostbare Zeit und láBt riesige Entfernungen zusammenschrump-fen. Am Anfang des sechzehnten Jahrhunderts dauerte eine Reise um die Welt zwei Jahre, zu Be-ginn unseres Jahrhunderts gut einen Monat und heute an Bord eines Überschallflugzeugs nur noch einen einzigen Tag.
Das Autó hat sich in wenigen Jahrzehnten von einem störanfálligen Vehikel zum Gebrauchsgegenstand entwickelt. Über 100 000 fabrikneue Personenwagen und Lastkraftwagen, Zugmaschinen und Motorráder werden an jedem Arbeitstag in der Welt hergestellt. In den hochindustrialisierten Lándern gehört der Bau von Kraftfahrzeugen zu den Schlüsselindustrien. Eng mit dem stándigen Anwachsen des StraRenver-kehrs ist der Ausbau eines dichten und leistungsfá-higen StraSennetzes verbunden. Dies gilt besonders für den ^Bereich des innerstádtischen Verkehrs, wo Probleme der Umweltverschmutzung und der Lárm-belástigung die Schattenseiten der massenhaften Zunahme des Autoverkehrs eindrucksvoll unter-streichen.
Der standig steigenden Bedeutung und dem unauf-hörlich wachsenden Umfang des Verkehrs in der heutigen Zeit entspricht das Bemühen des Gesetz-gebers, mit immer neuen Vorschriften der Lage Herr zu werden, dem Verkehrsablauf die notwendige Ordnung zu geben und die Gefahren, die er für Leib, Leben und Eigentum mit sich bringt, einzudámmen. Immer háufiger ertönt der Ruf nach Verkehrsbe-schránkungen, „sauberen" Motorén und geráuschlo-sen Verkehrsmitteln. Gleichzeitig jedoch errechnen die Verkehrsexperten für das Jahr 2000 einen An-stieg des Rohstoff- und Güterumschlags auf das Dreifache im Vergleich zum Jahr 1975. Astronomi-sche Angaben von 120 Trillionen Tonnenkilometern und ein geschátzter Reisebedarf von 50 Trillionen Personenkilometern im Jahr 2000 übersteigen die Möglichkeiten der klassischen Verkehrsmittel und die Kapazitát der Verkehrswege. Denn auch die brei-teste Autobahn kann nicht mehr als 24 Fahrspuren habén; und mehr als 10 000 Flugzeuge gleichzeitig können sich nicht auf den Luftlinien bei Einhaltung sicherer Abstánde bewegen; ganz abgesehen da-von, daB sich dabei weder ein sicherer Start noch eine sichere Landung garantieren lassen. Aus diesem Grund greift das Verkehrswesen überall auf der Welt auf die Ergebnisse der modernen Technik und Naturwissenschaften zurück. So übernimmt es beispielsweise von der Kybernetik alles, was zur Weiterentwicklung der Automatisierung von Nutzen sein kann. Verkehrsmittel völlig neuer Konzeption werden erprobt, wie etwa die Magnetschwebebahn. Klassische Verkehrsmittel ándern ihre Formen: Schon gibt es Züge ohne Ráder. Und wáhrend auf der einen Seite Flugzeuge ihre Tragfláchen ablegen.