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Vorwort
Potsdam besitzt keine große Mineraliensammlung, kein mineralogisches Museum - dafür aber eine mineralogische Schatzkammer im Grottensaal des Neuen Palais in Sanssouci mit mehr als 20 000 Mineralien1 (darunter Edel- und Schmucksteine2, Erz- und andere Rohstoffmineralien), Fossilien3, Gesteine4, Hüttenprodukte5 u. a. m.
Ungenügende Kenntnis des Mineralbestandes, was sich bei Führungen in so ungenauen und spekulativen Angaben wie „große Mengen wertvoller Edel- und Halbedelsteine" niederschlug, machte eine Bestandsaufnahme dringend notwendig. Sie wurde ohnehin erforderlich, um das kurz vor der letzten Jahrhundertwende neu verarbeitete Grottenwerk allgemein bekannt zu machen.
Aus den lückenhaften Unterlagen in den Archiven ist nur vereinzelt ersichtlich, welche Mineralien, Gesteine usw. verarbeitet wurden. Auch existieren in den Akten nur wenige Hinweise auf Stücke aus Sammlungen, Schenkungen, Aufkäufen und von Reisen mitgebrachter Mineralien. Der alte Schriftverkehr zwischen dem Oberhofmarschallamt in Berlin und dem Kastellan in Potsdam gibt ebenfalls keine umfassende Auskunft von wem und wann das Dekorationsmaterial verarbeitet wurde.
Eine genaue Aufzählung, Bestimmung, Inventur und Katalogisierung des gesamten Grottenwerkes ist bisher nicht erfolgt. Früher vorgenommene Versuche wurden offensichtlich wegen mangelnder Sachkenntnis und des sehr zeitraubenden Arbeitsumfanges schon im Anfangsstadium abgebrochen.
Die Autoren reizte diese Aufgabe nicht zuletzt wegen der Einmaligkeit des mit Mineralien äußerst dekorativ ausgestalteten Grotten- oder Muschelsaales. Die Bestimmungs- und Registrierarbeiten wurden im wesentlichen in den Jahren von 1978 bis 1981 durchgeführt. Eine Gesamtdarstellung des bestimmten, inventarisierten und katalogisierten Dekorationsmaterials, insbesondere der Neuausstattung mit wertvolleren Mineralien kurz vor der letzten Jahrhundertwende, sowie eine Auswertung ist in diesem Rahmen nur in kurzen Zusammenfassungen möglich.
Für vergleichende Beobachtungen, besonders bei der Fundortbestimmung, gestattete das Naturkundemuseum der Humboldt-Universität zu Berlin großzügigen Einblick in seine Sammlungsbestände. Dafür, wie für die Werteinschätzung des Mineralieninventars im Grottensaal möchten wir an dieser Stelle dem ehemaligen Direktor und dem Kustos des Mineralogischen Museums im Naturkundemuseum, den Herren Prof. Dr. G. Hoppe und Dr. G. Wappler unseren Dank aussprechen.
Die Verfasser danken ferner für die Unterstützung bei der Durchführung der erwähnten Arbeiten und die Veröffentlichung ihrer Ergebnisse den Staatlichen Schlössern und Gärten Potsdam-Sanssouci, besonders dem Direktor der Schlösser, Herrn Dr. Giersberg, dem Fotografen, Herrn Kißling und Herrn Hauschild für viele nächtliche Arbeitsstunden, und ebenso den zahlreichen anderen Helfern.
Rudolf Sachse und Georg Rohde
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