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Der Güstrower Altar [antikvár]

Der Güstrower Altar [antikvár]

 
EINFÜH RUNG Spricht man von niederländischer Kunst, so denkt man zunächst an die realistischen Bauernszenen Adriaen Brouwers, an die goldglänzenden Gemälde Rembrandts und die farbig-leuchtenden Interieurs Vermeer van Deifts. Auch die altniederländische Malerei mit ihren berühmten Werken, dem Genter Altar der Brüder van Eyck, den Tafelbildern Rogier van der Weydens und Hugo van der Goes', ist weithin bekannt. Weniger jedoch weiß man Im allgemeinen von der niederländischen Plastik. Man hat vielleicht die Namen der...
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EINFÜH RUNG Spricht man von niederländischer Kunst, so denkt man zunächst an die realistischen Bauernszenen Adriaen Brouwers, an die goldglänzenden Gemälde Rembrandts und die farbig-leuchtenden Interieurs Vermeer van Deifts. Auch die altniederländische Malerei mit ihren berühmten Werken, dem Genter Altar der Brüder van Eyck, den Tafelbildern Rogier van der Weydens und Hugo van der Goes', ist weithin bekannt. Weniger jedoch weiß man Im allgemeinen von der niederländischen Plastik. Man hat vielleicht die Namen der Frühbarock-Bildhauer Hubert Gerhard und Adriaen de Vries gehört, gering aber ist die Kenntnis von der spätgotischen Schnitzkunst Flanderns, obwohl um 1500 die großen vielfigurigen Altäre nach fast allen Ländern Europas exportiert wurden. Das mag Im wesentlichen darauf zurückzuführen sein, daß der Niederländer als Flachland* und Küstenbewohnersich immer mehrzum Malerischen, zur Darstellung des Licht-und Farbenspiels der Atmosphäre hingezogen fühlte als zur plastisch-räumlichen Gestaltung des Menschen. Auch liebte er zu allen Zeiten eine anschaulich-drastische Art des Erzählens, seine Kunst trug seit jeher einen fabulierfreudigen und berichtenden Charakter. Das zeigt sich nicht nur in den mit vielen Figuren bestellten und mit leuchtenden Farben bemalten Tafeialtären des 15. Jahrhunderts und den grotesk-bizarren Fabelwesen auf den Bildern des Hieronymus Bosch, sondern auch in den bühnenartig gestalteten Relieffeldern der flandrischen Schnitzaltäre. Jedoch auf diese Welse dramatisches Geschehen mit den Mittein der Plastik zu schildern, schien zwar dem zeitgenössischen Betrachter sehr wirklichkeitsgetreu, führte aber zu einer vordergründigen Aussage und läßt uns heute trotz der virtuosen Beherrschung der Schnitztechnik die Ausdruckskraft der Einzelfigur vermissen, die wir in so hohem Maße an den Werken eines Tilman Riemenschneider und Veit Stoß bewundern. Die Menschen der damaligen Zeit schätzten offenbar das Bemühen der niederländischen Schnitzkünstler, das biblische Geschehen möglichst zeitnah wiederzugeben und somit für die Gläubigen am Ende des Mittelalters, deren Religiosität einer zunehmenden Verweltlichung wich, verständlich zu machen. Die niederländischen Künstler verlegten deshalb auch die Berichte des Neuen Testamentes in ihre eigene Gegenwart und kleideten die Personen entsprechend der zeitgenössischen Mode. Ihre Fähigkeit, immer neue farbenprächtige exotische Kostüme und phantastischen Kopfputz zu erfinden, III

Termékadatok

Cím: Der Güstrower Altar [antikvár]
Kiadó: Prisma-Verlag
Kötés: Félvászon
Méret: 150 mm x 210 mm
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