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VORWORT
1991 wurde mir von einer japanischen Stiftung ein Zwei-Jahres-Stipendium zugesprochen. Die Idee dahinter war, sieben jungen Engländerinnen und Engländern mit unterschiedlichen beruflichen Interessen - Technik, Journalismus, Industrie, Keramik - zunächst an einer englischen Universität die Grundbegriffe des Japanischen zu vermitteln; darauf sollte ein Jahr in Tokio folgen. Unsere Beherrschung der Sprache sollte dazu beitragen, eine neue Ära der Beziehungen mit Japan zu eröffnen. Wir waren die Ersten, die ins Programm aufgenommen wurden, und die Erwartungen waren hoch.
In unserem zweiten Jahr verbrachten wir die Vormittage in einer Sprachenschule in Shibuya, oberhalb eines Gewirrs aus Fast-Food-Märkten und Elektronik-Diskontern gelegen. Tokio erlebte damals den größten Boom seit dem Krieg. Berufspendler blieben an den Zebrastreifen stehen, wo ein Gedränge herrschte wie nirgendwo auf der Welt, um einen Blick auf die Videoanzeigen zu werfen, auf denen die Aktienkurse des Nikkei-Index immer höher kletterten. Um den Stoßzeiten in der U-Bahn auszuweichen, ging ich eine Stunde früher und traf mich vor dem Unterricht mit einem anderen Studenten, einem Archäologen, auf Zimtbrötchen und Kaffee. Seit meiner Schulzeit hatte ich nun zum ersten Mal wieder Hausaufgaben zu erledigen: Ich musste jede Woche 150 kanji lernen, japanische Schriftzeichen, musste den Text einer Spalte aus einer Boulevardzeitung grammatikalisch bestimmen und jeden Tag Dutzende Redewendungen wiederholen. Noch nie hatte ich mich vor etwas so gefürchtet. Die jüngeren Studenten scherzten mit den Lehrkräften auf Japanisch über Fernsehsendungen oder politische