Bővebb ismertető
1. Die Entstehungsgeschichte
1.1 Der historische Hauptmann von Köpenick
Der .16. Oktober 1906 ist einer der schwarzen Tage in der Geschichte des zweiten deutschen Kaiserreiches. Was an diesem Tag geschah, könnte man als komödienhafte Vorwegnahme des traurigen Endes des preußischen Militarismus verstehen: Der Schuster Wilhelm Voigt, siebenmal vorbestraft, ohne Paß und ohne Aufenthaltsgenehmigung, ersteht eine Hauptmannsuniform, kommandiert eine Soldateneinheit vom Fleck weg, besetzt mit ihrer Hilfe das Rathaus zu Köpenick, läßt die Soldaten den Bürgermeister der Stadt arretieren und verschwindet mit der Stadtkasse.
Jeder Bericht über dieses Ereignis fällt hinter Voigts eigene Schilderung zurück:
Nachdem ich gespeist, begab ich mich etwa um V212 Uhr auf den Platz, um die Wachen in Empfang zu nehmen.
Wider mein Erwarten sah ich bereits eine im Abmarsch begriffen. Wie ich später erfuhr, war es die Mannschaft von der Schwimmanstalt. Da sie nicht in ordnungsgemäßer Weise grüßte, rief ich ihr zw. Halt! Und der Kommandierende der Wachtmannschaft ließ halten und machte mir in vorschriftsmäßiger Weise die Meldung über das ,,Woher und Wohin!" (•¦•).
Ich teilte also ihm und der Mannschaft mit, daß sie jetzt nicht zur Kaserne marschieren dürften, sondern auf höheren Befehl durch mich zu einer anderen Dienstleistung kommandiert würden. Dann befahl ich dem Gefreiten, auch die zunächst gelegene Wache von dem Schießstande des 2. Garderegiments herbeizurufen. Dies geschah in kürzester Frist. ( ) Wir zogen also zum Rathaus, und nachdem ich dort in ordnungsgemäßer Weise die Posten hatte aufstellen lassen, verfügte ich mich in das Innere. ( )
Zunächst suchte ich mir das Zimmer des Sekretärs auf, das im ersten Stock . .
Als ich die Türe öffnete, saß der Herr ruhig auf seinem Sitz.
Ich teilte ihm mit, daß ich Auftrag hätte, ihn nach Berlin zur Neuen Wache
zu schaffen und daß er sich demgemäß reisefertig machen möge.
Er hatte nicht viel dagegen einzuwenden, und so stellte ich ihm zwei Hüter
zur Seite, die dafür zu sorgen hatten, daß ihm keine Unannehmlichkeiten
zustoßen konnten.
Von hier begab ich mich in das nebenliegende Zimmer des Bürgermeisters. Bei meinem Eintritte saß dieser hinter einem Tisch auf seinem Sessel und schien etwas überrascht. Als er meine Charge jedoch erkannte, sprang er auf. Und wie ich auch ihm mitteilte, daß ich ihn auf Allerhöchsten Befehl