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VORWORT
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über die Gesellschaft Jesu bestehen noch immer mehr Vorurteile als begründete Ansichten, mehr Klischees als konkrete Ideen, mehr vom Gefühl als vom Verstand geleitete Wertungen. Gerechtigkeit widerfährt dieser umstrittensten und faszinierendsten »Gesellschaft« der Weltgeschichte so nicht. Eben darum bemüht sich der Verfasser, der auf der Schule in Berlin, an der Universität in Rom, als Wissenschaftler und Journalist in die Nähe von Jesuiten kam - freilich nie in den Orden selbst. Dabei verdichtete sich die Kenntnis über diesen größten Orden der katholischen Kirche, doch es verlor sich nie, wie es zuweilen geschieht, die Achtung vor den Leistungen der Jesuiten, ungeachtet von Zustimmung oder Ablehnung.
Dies nachzuvollziehen, möchte der Autor den Lesern ermöglichen. Dafür wollte er in seiner Darstellung auf schrille Schreie und grelle Farben, auf all jene Übertreibungen verzichten, die heutzutage erst die Aufmerksamkeit des Publikums zu garantieren scheinen - selbst wenn sie ihm zu Gebote stünden. Gerade die Literatur über die Jesuiten bietet Beispiele für eine Polemik, die für die jetzt notwendige geistige Auseinandersetzung über die wichtigen Fragen in den christlichen Kirchen und in der Welt nicht mehr taugt. Dieses Thema kann nicht mit den Ideen vergangener Zeiten diskutiert werden.
Das Verstehen der Gesellschaft Jesu in Geschichte und Gegenwart setzt einen Kenntnisstand voraus, der die Ergebnisse der Forschung ebenso berücksichtigt wie die Bemühungen um gegenseitiges Verstehen zwischen den Christen. Der Verfasser hätte dabei gern den historisch-kritischen Apparat entfaltet, zu dem die überreiche Literatur über die Societas verpflichtet. Er mußte sich damit begnügen, dem Leser das Resultat seiner geschichtlichen Studien,
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