Bővebb ismertető
I
Houlun schickte die alte Dienerin Jasai in die Jurte ihres Stiefbruders, des verwachsenen Kurelen. Die Alte sdilurfte durch das lodernde Licht des Sonnenunterganges und wischte sich die blutverschmierten Hände an ihrem schmutzigen Gewand ab. Der Staub, den ihre eiligen Schritte aufwirbelten, folgte ihr wie eine goldene Wolke. Sie traf Kurelen wie üblich beim Essen an. Er leckte sich die Lippen bei einem Trunk Kumyß, den er aus einem Silberbecher schlürfte. Nach jedem Schluck hob er den Becher hoch, der von einem chinesischen Wanderhändler erbeutet worden war, und betrachtete ihn bewundernd aus zusammengekniffenen Augen. Er ließ seinen verkrümmten, schmutzigen Finger über die zarte Ziselierung gleiten und sein finsteres, abgezehrtes Gesicht erhellte sich in nahezu sinnlichem Entzücken.
Jasai ging am Karren vorbei zu Kurelens Jurte. Die Ochsen waren ausgespannt, und sie glotzten die Alte aus klaren, braunen Augen an, in denen sich der gleißende Sonnenuntergang spiegelte. Das Weib blieb vor dem zurückgeschlagenen Zelteingang der Jurte stehen und spähte zu Kurelen hinein. Kurelen wurde von allen verachtet, weil er so vieles erheiternd fand, aber er wurde auch gefürchtet, weil er die Menschen haßte. Er lachte und verabscheute gleichzeitig alles und jeden. Selbst seine Gier und sein unersätt-lidier Appetit hatten etwas Verächtliches an sich, als wären es nicht seine, sondern die unangenehmen Eigenschaften eines anderen, über die er ständig spöttelte.
Jasai maß Kurelen mit finsterem Blick. Sie war nur eine Karuitsklavin, aber selbst sie brachte dem Bruder der Häuptlingsfrau keinen Respekt entgegen. Sie kannte seine Geschichte. Selbst den Viehtreibern und Schafhirten, die so beschränkt waren wie die Tiere, die sie auf die Weide trieben, war sie bekannt. Houlun