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Hundert göttliche Zeitalter würden nicht reichen, um allé Wunder des Himalaya zu beschreiben. SPRICHWORT AUS DEM SANSKRIT Vor einigen Jahren flog ich von Delhi nach Moskau. Über dem Flughafen von Delhi ballten sich schwere Wolken zusammen, so daB ich dem Beispiel vieler Jet-Passagiere folgte - ich ergab mich in mein Schicksal und fand mich mit einem langweiligen, ermüdenden Flug ab. Doch Trübsinn und Wolken haltén nicht ewig. Die dichte Wolkendecke blieb uns zwar bis Moskau erhalten, aber schon wenige Minuten nach dem Start flogen wir über ihr dahin. Ich sah aus dem Fenster, und dort, oberhalb der Wolken, bot sich mir ein so überraschender Anblick, daB ich unwillkürlich meinen Nachbarn am Arm ergriff. Sehen Sie nur!" rief ich. Der Himalaya!" Er war nicht sehr beeindruckt: Ich hatte seinen Kaffee verschüttet. Ich hatte den Himalaya noch nie gesehen, und dort war er, jedenfalls der mittlere Teil von Kaschmir bis Nepál. Die Bergkette erstreckte sich in einer Entfernung von gut 300 Kilometern über meinen gesamten Gesichtskreis. Zuerst verblüffte mich das WeiB, dann die regelmáBigen Umrisse, und dann fand ich die Kette überraschend klein. Sie erhob sich unvermittelt als gezackter Kamm über der Wolkenebene, stáhlern wie ein langes Ságeblatt, blendendweiB in der Sonne, und ihre Lange lieB das schmale Band noch scharfer wirken. Für unsere groBe Erde kamen mir die Erhebungen klein vor. Aber was sind acht Kilometer Höhe, wenn man vom Flugzeug aus 800 Kilometer weit sehen kann? Sie schrumpfen zu einem Nichts zusammen. Die UnermeBlichkeit der Berge offenbarte sich besser, als wir uns dem Karakorum, dem nordwestlichen Teil des Himalaya im Norden von Kaschmir, náherten. Jetzt wirkte der Himalaya wie eine Küste. Die Wolken bildeten einen grauen Ozean, der seine FüBe umspülte und in seine Fjordé drang.