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VORWORT ZUR I.AUFLAGE
Auch dieser Kommentar, einst fast widerwillig übernommen, dann aber mehr und mehr mit persönlichem Engagement geschrieben, löst „das Rätsel des Jakobusbriefes" nicht. Er will es aber auch nicht forcieren. Was speziell in den Einleitungsparagraphen vorgelegt wird, hat in manchen Punkten nur den Wert von Hypothesen, für die freilich der Versuch einer Begründung nicht umgangen wird. Das Bleibende des Jakobusbriefes liegt in seinem Inhalt, und was dieser für Theologie und Kirche bedeutet, kommt, so hoffen wir, in der Auslegung vernehmbar zur Sprache.
Nach den kritischen, bis heute nachwirkenden Urteilen Martin Luthers besitzt der Jakobusbrief naturgemäß auch kontroverstheologische Bedeutung. Seine ,, Werkfrömmigkeit" als Ausdruck lebendigen Glaubens liegt ganz auf der Linie der Bergpredigt, und so treibt der Brief in hohem Maße Christum. Es scheint die Zeit gekommen, daß dies auch von den „getrennten Brüdern" deutlich gesehen wird. Was Jakobus vorträgt, ist aber auch die reife Frucht am Baum des Judentums. Das Motto, das diesem Kommentar vorangestellt ist, zeigt seine Richtigkeit gerade an diesem hervorragenden Zeugnis des urchristlichen Glaubens. Der Glaube „an unseren Herrn Jesus Christus der Herrlichkeit" drängt auf Bewährung im Alltag. Heiligung des Alltags ist aber ein Grundanliegen des Judentums. So möchte dieser Kommentar auch zum jüdisch-christlichen Gespräch einen bescheidenen Beitrag liefern.
Der besondere Dank des Verfassers gebührt den Herren der Bibliothek des Trierer Priesterseminars sowie Frl. Lotte Wust für die überaus gewissenhafte Schreibarbeit.
Trier, den 4. Oktober 1963
Franz Mußner
VORWORT ZUR 2. AUFLAGE
Erfreulicherweise war die erste Auflage dieses Kommentars schon nach zwei Jahren vergriffen, gewiß auch dank der freundhchen Aufnahme, die er in der Kritik gefunden hat; erwähnt sei dabei ausdrücklich das überaus positive Echo, das der Kommentar bei den Juden gefunden hat.
In den zwei Jahren seit Erscheinen hat der Verfasser viel neues Material gesammelt, besonders aus dem spätjüdisohen Schrifttum. Dieses Material konnte in die Neuauflage nur soweit eingearbeitet werden, als es der stehende Satz zuließ. Im übrigen beschränkte sich der Verfasser auf die Beseitigung von Druckfehlern und offensichtlichen Versehen, wobei er einigen Bezen-senten, besonders P. Benedikt Schwank O.S.B, von Beuron, zu Dank verpflichtet ist. Dem Beispiel französischer Kommentare folgend ist aber der Neuauflage ein Literaturnachtrag beigegeben, in dem die wichtigsten Neuerscheinungen aus den letzten zwei Jahren aufgeführt sind.
Regensburg, den 1. August 1966 F-M.