Bővebb ismertető
Vorbemerkungen des HerausgebersDamals glaubten wir, daß dies der Höhepunkt der Judenverfolgung sei. In Wahrheit war es das letzte Alarmsignal vor der Vernichtung, schrieb ein Opfer wenige Jahre nach den Ereignissen, die im November 1988 fünfzig Jahre vergangen sind. Von dieser dramatischen Fehleinschätzung der politischen Entwicklung, die zur Reichskristallnacht führte und, von ihr ausgehend, im Holocaust endete, handelt dieses Buch. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden die Synagogen in Deutschland von Nationalsozialisten, SA und SS in Brand gesteckt. Unter den Augen der Öffentlichkeit, sprich: der Mitbürger, Nachbarn, Geschäftspartner, Kollegen etc., toleriert von der Polizei und vor den Blicken der Feuerwehr, wurden die Synagogen kontrolliert zerstört -kontrolliert deshalb, weil das Eigentum der Arier von nebenan vor den Flammen geschützt werden mußte. Der angeblich spontane Volkszorn über das Attentat des 17jährigen Herschel Grynszpan auf den Legationsrat vom Rath in der deutschen Botschaft in Paris hat in dieser Nacht beinahe einhundert Menschen deshalb das Leben gekostet, weil sie Juden waren. Und ebenfalls in dieser Nacht wurden an die 7500 Läden und Geschäfte jüdischer Eigentümer demoliert, geplündert und gebrandschatzt - nahezu alle Ladenlokale, die es damals noch gab. Der Pogrom war gründlich vorbereitet: Mit Hilfe von sachkundig aufgestellten Listen wurden rund 30000 wohlhabende Juden verhaftet und in Konzentrationslager verschleppt; dort wurden sie zum Teil monatelang -ohne jeden Rechtsgrund - festgehalten und gequält; wie viele von ihnen nicht wieder zurückgekehrt sind, ist nicht mehr aufzuklären. Wer für diese Ereignisse die Bezeichnung Kristallnacht oder gar Reichskristallnacht erfunden hat, kann heute nicht mehr ausgemacht werden. Fest steht, daß damit einer bösartig verharmlosenden Erinnerung Vorschub geleistet wird, daß mit diesen zynischen Bezeichnungen in Wirklichkeit Mord, Totschlag, Brandstiftung, Raub, Plünderung und Sachbeschädigung in eine funkelnde und glänzende Veranstaltung uminterpretiert werden. Eines freilich offenbaren diese Begriffe: das