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Der »Papst«, der Glöckner von Le Roquestel, öffnet mit seinem Schlüssel die Kirchentür, hängt seinen Rock an den bronzenen Knauf, durchschreitet das Schiff auf dem Seitengang und steigt die Wendeltreppe hinauf. Droben, in der engen Glockenstube des das Dorf beherrschenden Turms, faßt er mit beiden Händen das senkrechte Seil, und indem er ganz allein seinen rhythmischen Tanz vollführt, zieht er bald mit muskelkräftigen Armen daran, bald läßt er es locker, in kleinen Zügen und langen Zügen; das Seil gebietet dem Ton, und so beginnt der Klöppel zu schwingen. Es ist ein Viertel vor sieben an einem Junimorgen, der eine fruchtgrüne Helle über das Tal des Paillon breitet; der Lauf des Flusses wird stets von einem leichten Nebel begleitet. Die Fenster öffnen sich, aber nur teilweise ; nur die untere Hälfte des Ladens geht auf und wird angehakt. Köpfe erscheinen und schauen auf die Straße. Toni, der Ziegenhirt, treibt sieben Tiere den felsigen Hang hinauf, der in breiten Stufen zu der Senkung in der Bergflanke führt, wo an den Böschungen noch grünes Gras ausdauert. »Dem da«, sagt Großmutter San-Sébastiani, »dem bricht noch mal die Kirche überm Kopf zusammen.«
»Die Ziegen müssen fressen«, entgegnet ihr Sohn Noël, »gleichgültig, ob Sonntag oder Werktag ist.«
»France«, bittet die Nonna, »wenn du schon am Kleiderschrank bist, dann gib mir meinen schwarzen Hut.«
»Warum versteifst du dich nur darauf, einen Hut aufzusetzen«, sagt die Schwiegertochter, »wo doch kein Mensch mehr einen trägt?« »Aber ich setze einen auf. Ich weiß. Heutzutage gehen die Frauen mit unbedecktem Kopf zum Gottesdienst. In meiner Jugend hätte sich das niemand erlaubt.«
France sieht sie an und denkt : >Mein Gott, sollte man es für möglich